Gesundheitsamt stellt gesamte Einrichtung unter Quarantäne
Drei Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft in Engelsbrand

Engelsbrand/Enzkreis (kn) In einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Engelsbrand, die der Enzkreis seit längerer Zeit angemietet hat, sind drei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsamt des Enzkreises mit. Ordnungsdezernent Daniel Sailer hatte nach Bekanntwerden der Fälle die gesamte Einrichtung unter Quarantäne stellen lassen: „Das bedeutet, dass alle 34 Menschen, die dort wohnen – also auch die, die bei der durchgeführten Testung aller Bewohner ein negatives Ergebnis hatten – das Haus für zwei Wochen nicht verlassen dürfen“, beschreibt Sailer das Vorgehen.

Infizierte und Kontaktpersonen sind nun in gesondertem Gebäude untergebracht

Bis Mittwochabend, 27. Mai, waren allerdings erst zwei Drittel der Testergebnisse aus dem Labor beim Gesundheitsamt eingetroffen. „Es könnten also aufgrund des relativ engen Zusammenlebens in Wohngemeinschaften durchaus noch Fälle dazukommen – nicht zuletzt auch deshalb diese doch recht weitreichende Quarantäne-Maßnahme", so Sailer weiter. Laut dem Leiter des Amtes für Migration und Flüchtlinge im Enzkreis, Andreas Kraus, wurde eine positiv getestete Person aus der Gemeinschaftsunterkunft zusammen mit der insgesamt fünfköpfigen Familie sowie ein weiterer positiv Getesteter gemeinsam mit zwei Kontaktpersonen in ein gesondertes Gebäude im Enzkreis verlegt, um weiteren Ansteckungen in der Gemeinschaftsunterkunft entgegen zu wirken. „Ansonsten möchten wir Verlegungen jedoch möglichst vermeiden. Wir halten es für zielführender, die gesamte Einrichtung unter Quarantäne zu stellen und die Bewohner dazu zu verpflichten, in ihren Zimmern zu bleiben, statt das Virus eventuell unnötig zu transportieren", sagt Sailer.  Und weiter: "Jemand, der heute noch negativ ist, kann ja morgen leider schon positiv getestet werden."

Sicherheitsdienst überwacht die Quarantäne

Die dritte positiv getestete Person bewohnt laut Kraus mit ihrer Familie eine gesonderte Dachgeschoss-Wohnung in der Gemeinschaftsunterkunft. Daher soll die Familie dort auch verbleiben und darf die Wohnung für die Dauer der Quarantäne nicht verlassen. Eine Versorgung dieser Familie und der übrigen Bewohner mit Lebensmitteln „von außen“ sei gewährleistet, so Kraus. Damit niemand die betreffenden Gebäude verlässt oder sie jemand unbefugt betritt, ist ein Sicherheitsdienst an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr bei dem Gebäude in Engelsbrand und an dem Haus, in das die acht Personen verlegt wurden, im Einsatz. Bauzäune sollen zusätzlich für eine bauliche und optische Barriere sorgen.

Schutzausrüstung wird zur Verfügung gestellt

Darüber hinaus werde der Malteser Hilfsdienst drei Wochen lang, an drei Tagen die Woche, an beiden Standorten Screenings durchführen, das heißt bei allen Bewohnern werden Gesundheitschecks inklusive Fiebermessungen vorgenommen. Wie Sailer weiter berichtet, hat das Gesundheitsamt unverzüglich nach Bekanntwerden der positiven Testergebnisse zudem mit der Kontaktnachverfolgung begonnen. Für alle Beteiligten wurde überdies Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Nächste Woche sollen laut Sailer nochmals alle Bewohner der betroffenen Unterkünfte getestet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir alles Nötige für einen effektiven Schutz der betroffenen Personen in den Unterkünften, aber auch all der anderen Menschen, die in den jeweiligen Gemeinden leben, veranlasst haben“, betonte Sailer abschließend.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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