Dehoim in Kieselbronn: „Gaißeschenner“ und was daraus wurde

Kieselbronner Gaiß: Die Bronze-Figur auf dem Platz vor der Sparkasse hat Christel Theilmann 2001 gespendet. | Foto: Wolfgang Mocker
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„Gaißeschenner“ lautet der althergebrachte Neckname für die Kieselbronner. Woher der Name kommt und wie er bis heute in der Gemeinde lebendig geblieben ist, davon erzählt folgende Geschichte.

KIESELBRONN (ch) Necknamen wurden früher gerne von historischen Begebenheiten, besonderen Eigenschaften, Gewohnheiten oder Ähnlichem abgeleitet und dienten gelegentlich den Nachbarn dazu, sich über die Bewohner einer Ortschaft lustig zu machen.

Kleinbauern hielten Ziegen

Dass die Kieselbronner als Gaißeschenner, mundartlich für Ziegenschinder, verspottet wurden, dürfte nach ansicht des früheren Gemeinderats Alfred Körner auch damit zu tun haben, „dass sich durch die Stadtnähe und das dadurch früh einsetzende Pendlertum früher als anderswo eine kleinbäuerliche Struktur ausgebildet hat, bei der häufig eine Ziege statt einer Kuh im Stall stand.“

Die Anekdote vom Gaißeschenner

Daran knüpfte sich folgende populäre Geschichte: „In einem Jahr, als das Winterfutter für das Vieh sehr knapp war, entdeckte ein Kieselbronner Bauer in der Dachrinne des Kirchturms einen grünen Grasbusch. Den wollte er seiner schon sehr ausgehungerten Ziege zukommen lassen. Er band ihr kurzerhand einen Strick um den Hals und über einen Haken zog der Bauer das arme Tier den Kirchturm hoch. Als der so malträtierten Geiß auf halber Höhe die Zunge heraushing, meinte der Bauer: "Gugged, sie schläggt scho denoch - Schaut, sie leckt schon danach.“ Die Geiß soll das Ganze natürlich nicht überlebt haben.“

Faschingsball, Guggenmusik und Volkslauf

Inzwischen sind die Necknamen allerorten längst von den Bewohnern selbstironisch vereinnahmt worden, auch in Kieselbronn. Alljährlich veranstaltet der Turnverein an Fasching seinen Gaißeschennerball in der Festhalle, dieses Jahr am 1. März ab 19 Uhr. Geplant sind auch zwei Auftritte der Guggen-Gaiße. Am 8. Juni lädt der TV Kieselbronn dann rund um den Ort zum internationalen Gaißeschennerlauf ein - mit Halbmarathon und Zehn-Kilometer-Schülerlauf und einem Bambinilauf.

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Dehoim in Kieselbronn

Kieselbronner Gaiß: Die Bronze-Figur auf dem Platz vor der Sparkasse hat Christel Theilmann 2001 gespendet. | Foto: Wolfgang Mocker
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Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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