Dehoim in Neulingen: Klöster, Kaiser und ein untergegangenes Dorf - Ein kurzer Blick auf die Ursprünge der drei Neulinger Ortsteile

Neulingen-Bauschlott am Anger. Foto: ch
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(ch) Unter den drei ehemals selbständigen Gemeinden, die sich am 1. Januar 1974 zur Gemeinde Neulingen zusammenschlossen, ist Bauschlott heute der größte, aber keineswegs der älteste Ortsteil.

Der Name Bauschlott leitet sich von der Bezeichnung Buslat ab, unter der Bauschlott im Jahr 1071 im Lorscher Codex, dem Besitzbuch der ehemaligen Reichsabtei Lorsch, erstmals schriftlich erwähnt wurde.

Von "Buslat" nach "Gebrichingen"

21 Jahre später als Bauschlott, im Jahr 1092, trat auch das heutige Göbrichen ins Licht der Geschichte. Im Besitzbuch des Klosters Hirsau, dem Hirsauer Codex, ist seine Existenz unter dem Namen Gebrichingen dokumentiert. Wobei die Endung „ingen“ auf eine ältere alemannische Gründung hindeutet. Anlass für die Erwähnung war, dass der größte Teil des Dorfs einschließlich des halben Teils einer Wassermühle dem Kloster Hirsau geschenkt wurde.

"Nuzboumen" - der älteste Ortsteil Neulingens

Der aufgrund schriftlicher Zeugnisse wohl älteste und zugleich kleinste Ortsteil ist Nußbaum. Er taucht schon knapp 200 Jahre vor Bauschlott, im Jahr 883, unter dem Namen Nuzboumen im Lorscher Codex auf. Anlass war, dass das Kloster eine Hube, also einen Bauernhof, und einen „sehr gepflegten Wald“ eintauschte.

Sagenhafte Namensgebung zum Ersten

Zur Herkunft des Ortsnamens gibt es nach den Worten des Neulinger Ortshistorikers Peter Dietrich eine Sage, wonach einst Kaiser Karl der Große mit seinem Gefolge im damals noch unbesiedelten Nußbaumer Wald gejagt haben soll. Auf der Suche nach Wild soll der Kaiser einem Jungen begegnet sein, der ihm eine Walnuss zum Essen anbot. Worauf der Kaiser dankend mit den Worten abgelehnt habe: „Diese Nuss pflanze ich hier, auf dass daraus ein großer Baum wachse und um den Baum herum ein schönes Dorf.“

Sagenhafte Namensgebung zum Zweiten

Nach zahlreichen Besitzerwechseln kamen alle Dörfer – Göbrichen schon 1527, Bauschlott 1726 und als letztes Nußbaum im Jahr 1806 – unter badische Herrschaft. Der Name der heutigen Gemeinde wurde in Erinnerung an das bis ins 14. Jahrhundert nahe den Dolinen südlich von Göbrichen bestehende alte Nidelingen gewählt, das der Sage nach durch Karst-Einbrüche untergegangen sein soll.

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Dehoim in Neulingen

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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