„Auf Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereitet sein“: Interview mit dem neuen Landrat des Enzkreises, Bastian Rosenau

Bastian Rosenau, Landrat des Enzkreises
  • Bastian Rosenau, Landrat des Enzkreises
  • Foto: Landratsamt Enzkreis
  • hochgeladen von Chris Heinemann

Seit knapp einem halben Jahr ist der neue Landrat Bastian Rosenau nun im Amt. Wir haben ihn nach seinem Verhältnis zu den Unternehmen im Enzkreis befragt.

Herr Rosenau, würden Sie von sich sagen, Sie sind arbeitgeberfreundlich?
Ich denke, die Fragestellung greift zu kurz. Ich bin zur Landratswahl angetreten mit dem Satz „Das Wir gewinnt“, und dazu stehe ich nach wie vor. Insofern lautet die Antwort auf Ihre Frage: Ja, natürlich bin ich arbeitgeberfreundlich – aber eben auch arbeitnehmerfreundlich. Eine gute Balance zwischen den Interessen von Firmen und denen ihrer Mitarbeiter ist das Geheimnis wirtschaftlichen Erfolgs – davon bin ich überzeugt. Grundsätzlich verstehen wir uns im Landratsamt als Dienstleister, der sowohl bürger- als auch unternehmernah handelt und den Standort Enzkreis für Arbeitnehmer als Lebens- und Arbeitsraum ebenso gestaltet wie für Unternehmen als optimalen Wirtschaftsraum.

Hatten Sie seit Ihrem Amtsantritt im Februar schon Gelegenheit, mit Arbeitgebern in Ihrem Kreisgebiet ins Gespräch zu kommen?
Ich habe bei Terminen, Veranstaltungen und Messen bereits zahlreiche Unternehmen kennengelernt. Beeindruckt haben mich die Dienstleistungen und Produkte, aber auch die Mitarbeiter und Unternehmer mit ihrer Schaffenskraft und Innovationsfreudigkeit. Nach den Sommerferien starten wir mit einem festen Netzwerk-Format, um regelmäßig mit den Unternehmen im Austausch zu bleiben.

Jeder neue Amtsträger pflegt seinen eigenen Stil im Umgang mit den verschiedenen Interessengruppen, worauf kommt es Ihnen bei der Beziehungspflege mit den Arbeitgebern an?
Für uns als Kreisverwaltung ist es wichtig zu wissen, wo der Schuh drückt und wie wir hier unterstützen oder auch Dinge beschleunigen oder vereinfachen können. Ich denke da zum Beispiel an Bau- oder andere Genehmigungen. Deshalb sehe ich mich im Kontakt mit den Unternehmen in erster Linie als Zuhörender. Aber auch frühzeitiger, zukunftsorientierter Austausch ist uns wichtig, damit wir auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereitet sind.

Wo sehen Sie auf Arbeitgeberseite im Enzkreis besondere Stärken?
Die Wirtschaft im Enzkreis ist überwiegend mittelständisch strukturiert. Sie ist gekennzeichnet durch Weltmarktführer, Markenartikler, „hidden champions" und einen flexiblen Zulieferbereich. Diese Flexibilität ist, denke ich, die größte Stärke: Unsere Betriebe können auf Veränderungen am Markt sehr schnell reagieren – und tun das auch.
Darüber hinaus haben wir Unternehmen aller Größen und verschiedener Branchen, die konservativ und trotzdem innovativ entwickelt werden. Das ist eine der Grundlagen für nachhaltiges Wachstum.

Welche Themen im Hinblick auf Arbeitgeber und die wirtschaftliche Entwicklung im Enzkreis stehen für Sie darüber hinaus im Moment im Vordergrund?
Hier fallen mir sofort die aktuellen Trends wie Fachkräftemangel, demografische Entwicklung und Digitalisierung ein. Diese sind zwar bereits vielfach diskutiert, aber sie sind eben von zentraler Bedeutung für optimale künftige Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung im Enzkreis. Die aktuell hohe Auslastung der Kapazitäten in den Unternehmen ist ein weiteres Thema, das uns derzeit oft begegnet.

Welche Möglichkeiten sehen Sie von Seiten des Landratsamts, die fortschreitende Digitalisierung in den Unternehmen konstruktiv zu begleiten?
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald haben wir die Förderzusage des Wirtschaftsministeriums zu einem Digital Hub (digitaler Knotenpunkt, Anm.d.Red.) mit dem Titel „RESPOND“ gewonnen. An drei Standorten in der Region, davon einer hier bei uns im Enzkreis beziehungsweise in Pforzheim, wird ein sogenannter Digital Hub installiert. Hier unterstützen wir alle Unternehmen im Enzkreis, im weiten Themenfeld „Digitalisierung“ die richtigen Strategien für den eigenen Betrieb zu finden.
Übrigens ist für uns als Verwaltung und Dienstleister das Thema Digitalisierung ebenso bedeutend. Kürzlich haben wir die Prämierung des Enzkreis-Antrags beim Förderprogramm des Innenministeriums „Digitale Zukunftskommune@bw“ erhalten. Aktuell prüfen wir quer durch das gesamte Landratsamt, ob und wie viel Digitalisierung an welchen Stellen zum Einsatz kommt. Dabei beziehen wir die Bürger und Unternehmen aktiv mit in den Prozess ein. Wichtig ist uns, das richtige Maß zu finden und nicht nur „es richtig“ zu machen, sondern auch „das Richtige“ zu tun.
Die Fragen stellte Chris Heinemann

Mehr über Arbeitgeber im Enzkreis finden Sie auf unserer Themenseite.

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