Rollstuhl-Odyssee zeigt Manko bei Bahn-Barrierefreiheit

Heidelberg (dpa/lsw) Die nächtliche Odyssee einer Rollstuhlfahrerin auf dem Weg von Heidelberg nach Ludwigshafen wirft ein Schlaglicht auf die fehlende Barrierefreiheit der Bahn. An einem Nahverkehrsbahnhof in Heidelberg war die junge Frau nach einem Bericht der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Freitag) kurz nach Mitternacht von einer Regionalbahn stehen gelassen worden. Grund: In dem Ersatzzug habe es keinen ebenerdigen Zugang, sondern nur zwei Stufen gegeben. Sie sei mit dem Verweis auf einen anderen Zug in einer halben Stunde vom Lokführer und einem weiteren Bahnmitarbeiter abgewimmelt worden. Doch der avisierte Zug traf nie ein.

Klärung der Reise durch Mobilitätsservice-Zentrale

Die Bahn bestätigte am Freitag den Vorfall von Mitte Dezember. «Die in diesem Fall eingesetzten Wagen älterer Bauart waren ohne Hilfsmittel für die Rollstuhlfahrerin leider nicht zugänglich», sagte ein Sprecher. Um solche Unannehmlichkeiten auszuschließen, empfehle die Bahn die vorherige Klärung der Reise durch ihre Mobilitätsservice-Zentrale. Ein Hineinhieven sei nicht nur im Fall der abgewiesenen Frau zu riskant. Diese gelangte nach einer Fahrt mit dem Bus und mit dem Rollstuhl zum Heidelberger Hauptbahnhof. Da der nächste Zug erst nach 4.00 Uhr kam, habe sie ein Taxi für 55 Euro nach Hause genommen. Die Bahn bedauerte die Fehlinformation über den anderen Zug, die Taxikosten würden erstattet.

Die Bahn registriert steigenden Unterstützungsbedarf beim Aus- und Einsteigen in Züge. Im Jahr 2018 lag die Zahl der Hilfeleistungen mit rund 850 000 um 50 Prozent höher als noch vor vier Jahren.

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Kraichgau News aus Bretten

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