Herausragende Arbeiten geehrt
Sieben Preisträger erhalten Förderpreis der Heinrich-Blanc-Stiftung

Die sieben Ausgezeichneten (von links) sowie die Förderer bei der Preisverleihung der Heinrich-Blanc-Stiftung. hk
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Oberderdingen (hk) „Leidenschaftlich, risikobereit und innovativ“: So charakterisierte Johannes Haupt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Blanc & Fischer Familienholding, die beiden Unternehmer Heinrich Blanc und Karl Fischer in seiner Rede anlässlich der Preisverleihung der Heinrich-Blanc-Stiftung. Haupt skizzierte, wie sich die Wege der „Vollblut-Unternehmer“ kreuzten und wie sie 1931 gemeinsam das Unternehmen E.G.O. aus der Taufe hoben. Diese Eigenschaften, so Haupt, würden auch auf die Preisträger des Abends zutreffen. Entsprechend schwer sei für die Jury die Kür der Sieger gefallen. „Diese beiden Herren haben sich auf verschiedenen Ebenen grandios ergänzt. Was daraus geworden ist, das sehen Sie heute“, kündigte Frank Straub, Vorstand der Stiftung neben Manuel Blanc, in seiner Rede an.

Herausragendes im Wirkungskreis von Heinrich Blanc

Traditionell zu Beginn des Wintersemesters kürt die Heinrich-Blanc-Stiftung die Gewinner des gleichnamigen Förderpreises für herausragende Abschlussarbeiten, die durch "innovative Produktideen, Produktionskonzepte, Marketingkonzepte oder Unternehmerstrategien einen Beitrag zur Stärkung des Mittelstandes in Deutschland", insbesondere im ehemaligen Wirkungskreis von Heinrich Blanc, leisten. Die eingereichten Arbeiten werden dabei nach Originalität, herausragender Leistung innerhalb des Fachgebietes sowie technischer und ökonomischer Umsetzbarkeit bewertet. Darüber hinaus fließe auch die Persönlichkeit des Bewerbers im Hinblick auf unternehmerisches Denken und Handeln mit in die Betrachtung ein. Der erste Preis ist mit 5.000 Euro und der zweite Preis mit 2.500 Euro dotiert.

Beeindruckendes System zur Körperhaltungsanalyse

Nach der coronabedingten Zwangspause gab es in diesem Jahr gleich einen doppelten Grund zum Feiern, denn mit den diesjährigen Gewinnern hatten auch die Preisträger des Vorjahres ihren großen Auftritt. So etwa Alexander Wirner von der Hochschule Pforzheim, der das Wohlwollen der Jury der Heinrich-Blanc-Stiftung erhielt. Der Student der Fachrichtung Maschinenbau und Produktentwicklung beeindruckte das Publikum mit seinem für einen Bürostuhl konzipierten System zur Körperhaltungsanalyse. In einem kurzen Exkurs in die Medizin zeigte Wirner den Gästen auf, warum der menschliche Körper, die Anatomie und Physiologie nicht für die „Belastung des langen, starren Sitzens“ geschaffen sei. Er verwies auf wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe durch Rückenschäden. Mit seiner Idee will Wirner einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge in der Gesellschaft leisten: Das System soll das Sitzverhalten des Anwenders analysieren, ergonomische Parameter abgleichen, und dann Warnhinweise ausgeben, wenn eine nicht-ergonomische Sitzposition eingenommen, zu lange oder zu starr gesessen wird, um "spielerisch ein gesundes, neues Verhaltensmuster zu erlernen", erklärte Wirner, der die Gäste dazu einlud, den mitgebrachten Bürostuhl-Prototypen zu testen. Für diese Idee und die dazugehörige Thesis zeichnete ihn die Stiftungsjury als Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Förderpreises 2020 aus.

„Richtungsweisende“ Idee zum Erhalt bedrohter Vogelarten

Der mit 2.500 Euro dotierte zweite Preis im Wettbewerb des vergangenen Jahres ging an Marcel Kehler, Absolvent der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe. Das von ihm erarbeitete Finanzierungsmodell sei ein „innovatives und hochflexibles Instrument, mit dem Finanzdienstleister kleine und mittelständische Unternehmen in der Umsetzung von Industrie 4.0 optimal begleiten können“, lautete die Begründung der Heinrich-Blanc-Stiftung.
„Richtungsweisend“ sei der Beitrag von Ralph Huss und Thomas Bartman, Absolventen der Fakultät Maschinenbau und Mechatronik an der Hochschule Karlsruhe, gewesen. Die Hauptpreisträger des Wettbewerbs 2021 überzeugten die Jury mit einer Idee zum Erhalt bedrohter Vogelarten: Sie entwickelten in ihren aufeinander aufbauenden Arbeiten ein integriertes Sensorsystem für künstliche Vogeleier mit dem wertvolle Daten für eine erfolgreiche Brut in menschlicher Obhut gewonnen werden können.

Bewässerungssystem für Topfpflanzen von Kraichtaler Absolvent

Mit der Auszeichnung von zwei weiteren Arbeiten wurde der zweite Rang im Wettbewerb 2021 gleich doppelt vergeben. In Anerkennung ihrer ausgezeichneten Arbeiten überreichten die Vorstände der Heinrich-Blanc-Stiftung, Frank Straub und Manuel Blanc, einen Geldpreis von jeweils 2.500 Euro an die Vize-Preisträger. Jakob Immanuel Müller, Absolvent der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit zum Thema „Entdecken und Validieren von Geschäftsmodellen in kooperativen Projekten zwischen Start-Ups und dem deutschen Mittelstand.“
Dominik Lange aus Karlsruhe und Benjamin Schäufele aus Kraichtal von der DHBW Karlsruhe punkteten mit der ersten interdisziplinären Studienarbeit des Instituts: Die Absolventen vereinten die Fachrichtungen Maschinenbau und Informationstechnik und entwickelten gemeinsam ein vollautomatisches Bewässerungssystem für Topfpflanzen. „Das hat uns super gefallen“, freute sich Haupt. Die beiden Absolventen, erklärte er weiter, hätten den Topf im 3D-Drucker erstellt und eine dazugehörige Steuerungselektronik ausgearbeitet, damit Wasser nachfließt. Außerdem haben Lange und Schäufele eine App zu ihrem Bewässerungssystem entwickelt.

Als Festredner sprach Prof. Dr. habil. Dirk Wentzel, der seit 2003 Professor für VWL und Europäische Wirtschaftsbeziehungen in Pforzheim ist. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn und promovierte an der Universität Marburg. Seit 2010 ist er Herausgeber der „Schriften zu Ordnungsfragen der Wirtschaft“ und schreibt regelmäßig für die Börsenzeitung. Er referierte in seinem Vortrag zum Thema „Die neue Angst vor der Inflation: Schreckgespenst oder statistischer Sondereffekt?“

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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