Lesertelefon: Unfallursache Smartphone

Das Lesertelefon behandelt in dieser Woche das Thema "Smartphone" am Steuer.
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Das Smartphone ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken: WhatsApp, Twitter, Facebook, SMS und E-Mail, Musikstreaming und immer mehr Apps fordern ununterbrochene Aufmerksamkeit. Und sie fordern Opfer, wie aktuelle Zahlen aus Österreich zeigen: Ein Drittel aller Unfälle im Straßenverkehr ist dort bereits auf Ablenkung oder Unachtsamkeit zurückzuführen. Am Lesertelefon beantworten Experten am Donnerstag, 16. Juni, zwischen 15 und 19 Uhr Fragen rund um das Thema.

Kraichgau (pm) Was der gesunde Menschenverstand nahelegt, untermauert eine Studie des Virginia Tech Transportation Institute in den USA: Beim Griff zum Handy steigt das Unfallrisiko um das Fünffache, beim Lesen oder Schreiben sogar um das Zehnfache. Sorgen bereitet den Forschern, dass sich immer mehr Menschen immer öfter durch ihr Smartphone vom Fahren ablenken lassen. Doch wie lässt sich die Ablenkung verhindern? Helfen strengere Gesetze? Was kann jeder Einzelne tun, um sein Unfallrisiko zu senken?

Im Blindflug übers Fußballfeld

21, 22, 23 – drei Sekunden, um „mal eben“ eine SMS zu lesen. Drei Sekunden, in denen man bei Tempo 120 eine Strecke von 108 Metern im Blindflug absolviert – die Länge eines Fußballfelds. Drei Sekunden, die bei einem Bremsmanöver den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten können. Selbst bei Tempo 50 in der Stadt bedeuten drei Sekunden 45 Meter Strecke – genug, um einen Fußgänger oder Radfahrer zu übersehen. Dass der Ablenkung durch das Smartphone Menschen zum Opfer fallen, liegt für Lars Hannawald, Geschäftsführer der Verkehrsunfallforschung an der Technischen Universität Dresden (VUFO), nahe: „Nach langem stetigen Rückgang steigt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit Kurzem wieder an“ . Berechnungen des Allianz Zentrums für Technik (AZT) untermauern diese Annahme: Verkehrspsychologe Dr. Jörg Kubitzki geht von etwa 1,3 Milliarden Handyverstößen pro Jahr aus – bei rund 43 Milliarden Pkw-Fahrten.

Autofahren nur Nebensache?

Längst geht es nicht mehr nur ums Telefonieren hinterm Steuer. Schon 2012 ermittelte das Beratungsinstitut McKinsey, dass fast 70 Prozent der Autofahrer das Smartphone während der Fahrt auch für andere Zwecke einsetzen. Fast ein Drittel nutzt Funktionen wie SMS, mobiles Internet oder Apps, die eine visuelle Ablenkung vom Straßenverkehr mit sich bringen . Der Grund: Autofahren sei zu 90 Prozent automatisierte Routine, so der Psychologe Prof. Rüdiger Trimpop von der Universität Jena. Da sei jede Ablenkung für den Fahrer eine erwünschte Abwechslung . Dass Fahrer ihrer primären Aufgabe – dem Führen ihres Fahrzeugs – dabei nur eingeschränkt gerecht werden können, liegt auf der Hand. Dennoch lesen, tippen und wischen sie auf ihren Bildschirmen, nicht zuletzt, weil das Risiko äußerst gering ist, erwischt zu werden. Die Rechtslage hinkt der technologischen Entwicklung ohnehin um Jahre hinterher. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert deshalb, die bestehenden Gesetze zu überarbeiten. Zudem müsse die Unfallursache „Ablenkung“ in Deutschland statistisch erfasst werden, um eine Grundlage für geeignete Maßnahmen der Prävention zu erarbeiten .

Expertentipps gegen Ablenkung am Steuer

Was ist eigentlich erlaubt – und was verboten? Darf die Polizei mein Smartphone konfiszieren, wenn ich einen Unfall hatte? Wie hoch ist das Risiko tatsächlich, wenn ich mein Smartphone nutze? Genügt es nicht, die Geschwindigkeit zu reduzieren, um das Risiko zu senken? Kann das Smartphone dabei helfen, sich nicht ablenken zu lassen? Wie wird das Thema in der Fahrschulausbildung behandelt? Was tun Automobilhersteller, um Ablenkung zu verhindern? Diese Experten am Lesertelefon kennen die Antworten:

• Rufnummer: 0800 / 2 811 811 – 1:
Kay Schulte; Stellv. Referatsleiter Unfallprävention – Wege und Dienstwege, Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR), Berlin

• Rufnummer: 0800 / 2 811 811 – 2:
Prof. Dr. Mark Vollrath; Leiter des Lehrstuhls für Ingenieur- und Verkehrspsychologie an der Technischen Universität Braunschweig

• Rufnummer: 0800 / 2 811 811 – 3:
Dr. Jörg Kubitzki; Verkehrspsychologe, Allianz Zentrum für Technik (AZT), Ismaning

Rufen Sie an! Am Donnerstag, 16. Juni zwischen 15 und 19 Uhr.
Ihr Anruf ist gebührenfrei.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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