Kostensteigerung bei Sanierung des Melanchthon-Gymnasiums Bretten
Bronnerbau-Umbau wird teurer

Die Sanierung des Bronnerbaus am Melanchthon-Gymnasiums Bretten wird teurer.
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Bretten (ger) Die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Melanchthon-Gymnasium Bretten sollen 1,7 Millionen Euro teurer werden und damit bei insgesamt 13,7 Millionen Euro liegen. Oberbürgermeister Martin Wolff räumt auf Nachfrage der Brettener Woche/kraichgau.news ein, dass die Ausschreibungen über den kalkulierten Kosten liegen, die 1,7 Millionen Euro aber nur eine Hausmarke seien. „Das wird sich noch drei- oder viermal drehen. Bei über 30 verschiedenen Ausschreibungen ist das eine komplexe Angelegenheit. Das müssen wir erst einmal mit dem Architekten im Detail besprechen.“

Abspecken oder nachfinanzieren

Das Stadtoberhaupt geht davon aus, dass die in der Corona-Krise stark angestiegenen Stahlpreise bei der Verteuerung auch eine Rolle spielen, muss sich aber erst einen Überblick verschaffen. „Natürlich müssen wir dann prüfen, wo man möglicherweise etwas abspecken kann. Oder eben nachfinanzieren.“ Das sei dann auch Sache des Gemeinderats.

Baubeginn in den Pfingstferien

Zugleich dränge die Zeit, denn rund 3,4 Millionen Euro Fördergelder aus dem Kommunalen Sanierungsfonds wurden für die Maßnahme bewilligt. Dafür müssen die Arbeiten bis spätestens 31. Dezember 2022 abgenommen und bis Ende 2023 vollständig abgerechnet sein. Laut Stadtbaudirektor Karl Velte soll mit den Umbauten in den Pfingstferien im Mai begonnen werden. Sie laufen dann parallel zum Schulbetrieb.

In der Schule wird schon umgeräumt

Fest mit dem Baustart rechnet auch Schulleiterin Elke Bender. „Bis Ostern wollen wir die beiden unteren Stockwerke ausgeräumt haben, in denen begonnen werden soll.“ Denn dann stünde das Abitur an, so dass bis Pfingsten keiner mehr Zeit fürs Umräumen habe. Die Umbauten in Mensa und Gymnastikhalle sollen bis Januar 2022 fertig sein. Nach dem Bauplan soll immer auf zwei halben Etagen weitergearbeitet werden, so dass man lediglich auf acht Klassenzimmer verzichten müsse. Arbeiten, die mit besonders viel Lärm und Schmutz verbunden sind, sollen in den Ferien stattfinden.

Fördergelder bereits im Februar 2018 beantragt

Bei einer Sitzung vor Weihnachten mit Bürgermeister Michael Nöltner und den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern habe Architekt Uwe Hein vom Büro HHL Architekten Ludwigsburg auf die Kostenentwicklung hingewiesen, die auch aus der Dauer der Planung resultiere. Die Fördergelder wurden bereits im Februar 2018 beantragt. In der Planungsphase war die Stadt einem ungeeigneten Architekturbüro aufgesessen, was zu rund einer Million Euro Mehrkosten sowie einer längeren Verzögerung führte. Zusätzliche Ausgaben kamen für Brandschutz (335.000 Euro), eine Klimaanlage für die Aula (210.000 Euro) und den für den Brandschutz wichtigen Treppenhausanbau (710.000 Euro) hinzu.

"Muss endlich losgehen"

„Es muss jetzt endlich losgehen“, betont Bender. Der alte Gebäudebestand erfülle nicht mehr die Anforderungen an eine moderne Schule und brauche dringend eine Sanierung. Die Aula mit derzeit 200 Plätzen sei zu klein, so dass die Konzerte der einzelnen Ensembles an zwei oder drei Abenden hintereinander gespielt werden müssten, um allen Eltern die Gelegenheit zu geben, ihre Kinder zu hören. Das MGB mit dem Schwerpunkt Musikzug hat allein drei Orchester und drei Jazz-Formationen. Auch bautechnisch ist die Aula nicht auf dem neuesten Stand. „An heißen Tagen hat man da oben unterm Dach schon mal über 40 Grad, was auch an der alten Beleuchtung liegt“, beschreibt es die Schulleiterin.

Arbeitskreis zu Gesamtkonzept

Der Arbeitskreis aus Schulleitung und Lehrkräften aller Fachkreise mache sich schon lange Gedanken zu einem Gesamtkonzept für eine Schule mit schöneren, besseren Räumlichkeiten mit zeitgemäßer Technik. „Wir haben damit begonnen, als die Stadt vor fünf Jahren eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag gegeben hat.“ Schon drei Jahre sei beschlossen, dass umgebaut wird, aber immer wieder verschiebe sich der Baustart, was für die Schule und alle Beteiligten allmählich zu einer Hängepartie werde.

Sehr gutes Konzept

„Ich hoffe sehr, dass die höheren Kosten nicht dazu führen, dass von dem sehr guten Konzept jetzt nicht mehr viel übrigbleibt“, so Bender. Was an Geldern noch für die Ausstattung eingeplant ist, sei noch unklar. Immerhin bekommt das Gymnasium jetzt endlich WLAN. „Das MGB hat Tradition und Geschichte. Und wir haben zum Glück viele engagierte Lehrkräfte, die sich auch über den Unterricht hinaus voll einbringen. Da würden wir unseren Schülerinnen und Schülern auch gerne modernisierte Räume bieten.“ Über die weiteren Verteuerungen ist OB Wolff nach eigener Aussage auch nicht glücklich. Und er hofft, dass sie den Baubeginn nicht noch weiter nach hinten schieben.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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