Podiumsdiskussion zum Thema Klima- und Naturschutz
„Ganz ohne fossile Energien werden wir nicht auskommen“

Den Fragen des Moderators Volker Behrens, erster Vorsitzender des IEK, stellten sich im Bürgersaal des Alten Rathauses (von links) Bernhard Brenner (Freie Wählervereinung), Volker Duscha (FDP), Peter Bahn (Aufbruch Bretten), Joachim Hauck (CDU), Renate Knauss (SPD), Ute Kratzmeier (Bündnis 90/Die Grünen) und Peter Maier (die aktiven).
  • Den Fragen des Moderators Volker Behrens, erster Vorsitzender des IEK, stellten sich im Bürgersaal des Alten Rathauses (von links) Bernhard Brenner (Freie Wählervereinung), Volker Duscha (FDP), Peter Bahn (Aufbruch Bretten), Joachim Hauck (CDU), Renate Knauss (SPD), Ute Kratzmeier (Bündnis 90/Die Grünen) und Peter Maier (die aktiven).
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Bretten (hk) "Sieben Wahlprüfsteine zum Thema Klima- und Naturschutz". Unter diesem Motto hatten der Naturschutzbund Bretten und der Initiativkreis Energie Kraichgau (IEK) Vertreter der acht Listen und Parteien, die sich für die Gemeinderatswahl am 26. Mai in Bretten aufstellen, eingeladen. Den Fragen des Moderators Volker Behrens, Vorsitzender des IEK, stellten sich im Bürgersaal des Alten Rathauses Bernhard Brenner (Freie Wählervereinung), Volker Duscha (FDP), Peter Bahn (Aufbruch Bretten), Joachim Hauck (CDU), Renate Knauss (SPD), Ute Kratzmeier (Bündnis 90/Die Grünen) und Peter Maier (die aktiven). Auch der AfD-Ortsverband Bretten war eingeladen, blieb der Veranstaltung allerdings fern.

„Kommunaler Klima-Manager“ gewünscht

Mehr als 120 Gemeinden, Städte und Landkreise in Baden-Württemberg, unter anderem Bruchsal und der Landkreis Karlsruhe, beteiligen sich am „European Energy Award“ (EEA) – ein Programm und ein Wettbewerb für vorbildliche Maßnahmen zur Energieeinsparung und gegen den Klimawandel. Mit diesem Thema läutete Behrens die Podiumsdiskussion ein und fragte: „Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die Stadt Bretten engagiert am „European Energy Award“ teilnimmt?“ Die Lokalpolitiker waren sich darüber einig, dass die Beteiligung am EEA durchaus lohnenswert sein könnte. „Wir stehen hinter diesem Programm und sprechen uns eindeutig dafür aus“, sagte Bernhard Brenner. Mit der Zertifizierung seien Fördergelder verbunden, außerdem könne man mit der Beteiligung von anderen Gemeinden etwas lernen. Peter Bahn schloss sich den Worten seines Vorredners an: „Die Vorteile liegen auf der Hand. Allerdings sollte derjenige, der Bretten vertritt ein Fachmann sein und von weiteren Sachverständigen begleitet werden.“ Beeindruckt vom EEA zeigte sich auch Ute Kratzmeier: „Uns gefällt besonders, dass die Handlungsfelder systematisch verknüpft und keine Insellösungen sind.“ Wünschenswert wären ein „kommunaler Klima-Manager“ und hauptamtliche Fachleute, die das Thema in die Hand nehmen.

„Ganz ohne fossile Energien werden wir nicht auskommen“

„Unsere Region hat deutschlandweit nach Freiburg die zweitmeisten Sonnenstunden im Jahr – ideale Voraussetzungen für die Stromerzeugung durch Sonnenenergie“, sagte Behrens und wandte sich damit dem zweiten Wahlprüfstein des Abends zu: „Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die Nutzung der Sonnenenergie in Bretten auf öffentlichen Gebäuden, bei Neubauten und im Baubestand erheblich ausgeweitet wird?“ Duscha machte dabei einen Unterschied zwischen städtischen Gebäuden, die er in der Vorreiterrolle sehe und privaten „Häuslebesitzern“, die es zunächst nur aufzuklären gelte: "Die Umsetzung bleibt dann jedem selbst überlassen.“ Kratzmeier sprach von einer „Verpflichtung zur Nutzung von Photovoltaik-Anlagen für jeden, der städtische Flächen erwirbt". Maier meinte, man müsse in B-Plänen die Ausrichtung des Daches berücksichtigen. Und weiter: „Wenn die Stadt baut, sollte die Solaranlage gleich mit drauf“. Bahn dagegen warnte vor einer „Illusion“ und plädierte für einen „breit gestreuten Energie-Mix“, denn "ganz ohne fossile Energien werden wir nicht auskommen".

„Die soziale Frage ist immer eine Frage.“

Weiter ging es mit dem Thema Heizen und dem Ausstoß des klimaschädlichen CO2. So lautete die dritte Frage: „Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Bretten durch gute Wärmedämmung der Gebäude und effiziente Heizungen weniger Energie vergeudet wird?“ Bahn differenzierte zwischen Neubauten und Altbestand. Je nachdem sei der Aufwand „ungleich", zudem komme ein soziales Problem hinzu. Dem stimmte Knauss zu: „Nicht jeder kann sich das leisten.“ Und Kratzmeier fügte hinzu: „Die soziale Frage ist immer eine Frage.“

„Bauen in die Höhe“

Bei der vorletzten Frage des Abends sollte geklärt werden, ob sich die Lokalpolitiker dafür einsetzen, dass der weitere Flächenverbrauch in Bretten vermieden wird und stattdessen die Ortskerne durch Instandsetzung und Modernisierung attraktiv gestaltet würden. Knauss zeigte sich dankbar darüber, dass das Konzept „Jung kauft Alt“ bei der Stadt auf Zustimmung gestoßen sei. Mit diesem Projekt sollen junge Familien unterstützt werden, wenn sie ein Haus kaufen, das mindestens 50 Jahre alt ist. „Bauen in die Höhe“ lautet die Devise der Grünen, während Bernhard Brenner zu Bedenken gab, dass dies in ländlichen Gebieten nicht einfach sei. Für die FDP habe laut Duscha die städtische Verdichtung Vorrang vor der Ausweisung neuer Flächen. Bahn warf den Gedanken ein, leere Gebäude wieder zu reaktivieren. „Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in den kommenden Jahren mehr Natur im Siedlungsgrün nachhaltig geschaffen wird, um die biologische Vielfalt und die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen?“ lautete die letzte Frage der Podiumsdiskussion. Maier schlug Patenschaften vor, die von den Schulen oder dem NABU übernommen werden könnten. Hauck war der Ansicht, dass man die vertikale Begrünung wesentlich stärker ins Auge fassen müsste.

Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit blieb am Ende, zum Bedauern einiger Zuhörer, keine Zeit mehr für eine Diskussionsrunde.

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