Besondere Radtour der Brettener Grünen
Hindernisse im Brettener Radwegenetz aufgezeigt

Grüne diskutierten über fehlenden Radweg: Im Vordergrund (von rechts) Stadträtin Dr. Ute Kratzmeier, Hermino Katzenstein MdL, Michael Reuß, Otto Mansdörfer, Frank Schneidereit und Dr. Fabian Nowak.
  • Grüne diskutierten über fehlenden Radweg: Im Vordergrund (von rechts) Stadträtin Dr. Ute Kratzmeier, Hermino Katzenstein MdL, Michael Reuß, Otto Mansdörfer, Frank Schneidereit und Dr. Fabian Nowak.
  • Foto: Grüne Bretten
  • hochgeladen von Chris Heinemann

BRETTEN (kn) Zu einer "Hindernisradtour" mit anschließendem Rundgespräch hatten die Brettener Grünen am vorvergangenen Sonntag eingeladen. Dafür hatten sie den Sprecher für Rad- und Fußgängerverkehr der Grünen-Landtagsfraktion, Hermino Katzenstein, gewonnen. Als weitere Fachleute waren Ulrich Eilmann vom ADFC Karlsruhe und Frank Schneidereit von der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Bretten (BIVEB) mit von der Partie.

Anschluss an Kreisel Breitenbachweg

Am Anfang der Tour am östlichen Stadteingang (B 35 Ost) zeigte Otto Mansdörfer, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, ein mehrfach bestehendes Problem der Kernstadt auf: "Die meisten Radwege aus Stadtteilen und Nachbargemeinden verlieren sich irgendwo am Rand der Kernstadt. Die Radfahrenden wollen aber ins Zentrum." Aus Richtung Knittlingen wollen die Grünen den Radweg deshalb direkt bis zum Kreisel Breitenbachweg weiterführen. "Das Land unterstützt Maßnahmen für den Radverkehr, besonders an den Landesstraßen", ermunterte Hermino Katzenstein die Brettener mit Verweis auf die L 1103 in diesem Abschnitt.

Einbahnstraße für Radler öffnen

Im folgenden Abschnitt der Weißhofer Straße standen die eingesunkenen Gullys in der Kritik. Sie würden die Aufmerksamkeit der Radlerinnen und Radler erfordern, die aber besser auf den Verkehr achten sollten. Die Einmündung der Heilbronner Straße in die Weißhofer Straße mit ihren viel zu großen Radien und hohen PKW-Geschwindigkeiten wurde einhellig als gefährlich eingeschätzt. "Hier hilft nur Umbau", unterstrichen sowohl Hermino Katzenstein als auch die Vertreter von ADFC und BIVEB. Auf dem Weg zum Marktplatz kam schließlich die Problematik Einbahnstraßen zur Sprache. "Warum öffnet die Stadt sie nicht einfach für Radler in Gegenrichtung? - Das kostet keinen Cent", fragte sich Ulrich Eilmann (ADFC).

Radpiktogramme an schwierigen Stellen

Das anschließende öffentliche Rundgespräch in der Fußgängerzone drehte sich vor allem um das schlechte Abschneiden Brettens im ADFC-Fahrradklima-Test und seine Ursachen. Ihn wundere dies nicht, meinte Hermino Katzenstein. Auch die Untersuchungen zum Radnetz des Landes zeigten für Bretten eine sehr schlechte Ausgangslage, obwohl sich dort fünf Landesradwege treffen. „Nach der kleinen Radtour wird vor allem deutlich, dass der Radverkehr im Straßenraum viel besser wahrnehmbar werden muss.“ Katzenstein plädierte für Radpiktogramme auf den Fahrbahnen an schwierigen Stellen. Diese seien schnell angebracht und lösten keine Rechtsfragen aus.

Radverkehr als Säule der Verkehrswende

Frank Schneidereit unterstrich die Rolle des Radverkehrs im Rahmen des Mobilitätskonzepts, das die Stadt unter maßgeblicher Mitwirkung der BIVEB beauftragt habe: „Wir betrachten alle Verkehrsarten, der Radverkehr ist jedoch eine starke Säule in einer Verkehrswende in Bretten.“ Mehr Kampagnenarbeit für den Radverkehr forderte Ulrich Eilmann ein: „Es braucht vorbildhaftes Verhalten der Kommune und Gespräche mit den großen Arbeitgebern über die Verkehrsmittelwahl der Belegschaften. Die Unternehmen können bares Geld sparen, wenn sie weniger Parkplätze brauchen.“ Das unterstrich auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz, die auch in den anderen Gemeinden ihres Wahlkreises beim Radverkehr noch viel Luft nach oben sah.

Jeden Monat eine kleine Maßnahme

Sichtbare Zeichen, dass sich die Stadt dem Radverkehr stärker zuwende, forderte Otto Mansdörfer: „Versprechen des OBs sind das eine, es müssen aber Veränderungen im öffentlichen Straßenraum geschehen wie die Instandsetzung der roten Schutzstreifen für Radler, Öffnung von Einbahnstraßen und Radpiktogramme dort, wo es gefährlich ist.“ Für jeden Monat des Jahres 2019 schlagen die Grünen jetzt eine kleine Maßnahme zum Radverkehr vor. Dr. Fabian Nowak, passionierter Radfahrer, der die Diskussion moderierte, dankte abschließend allen Beteiligten für den gemeinsamen Problemaufriss zum Radverkehr in Bretten, den es so bislang noch nicht gegeben habe.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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