Schließung der Brettener Schmerztherapie ist Thema im Kliniken-Aufsichtsrat am 2. Juli
Kreisräte fühlen sich von Klinikleitung „überfahren“

Die Schließung der stationären Schmerztherapie an der Brettener Rechbergklinik durch die Klinikleitung ist im Kreistag mit Befremden aufgenommen worden.
  • Die Schließung der stationären Schmerztherapie an der Brettener Rechbergklinik durch die Klinikleitung ist im Kreistag mit Befremden aufgenommen worden.
  • Foto: Archiv/kn
  • hochgeladen von Chris Heinemann

BRETTEN/REGION (ch) Die letzte Woche bekannt gewordene Schließung der stationären Schmerztherapie an der Rechbergklinik scheint entgegen der Aussage von RKH-Regionaldirektorin Susanne Stalder nun doch noch nicht endgültig zu sein. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel stellte auf Nachfrage der Brettener Woche die rechtliche Gültigkeit der von der regionalen Kliniken Holding (RKH) getroffenen Entscheidung infrage.

Landrat pocht auf Zuständigkeit des Kreistags

„Es gibt weder einen Beschluss des Kliniken-Aufsichtsrats zur Schließung der stationären Schmerztherapie noch einen entsprechenden Beschluss des Kreistages“, so der Landrat. Darüber hinaus bekräftigte er die Bedeutung der stationären Schmerztherapie am Brettener Krankenhaus und im Verbund mit der Bruchsaler Klinik: „Die Schmerztherapie ist Bestandteil des medizinischen Konzepts des einheitlichen Plankrankenhauses. Nach dem Feststellungsbescheid sind sechs von 515 Betten dafür vorgesehen. Sie passt im Kontext der Palliativstation und der vorgesehenen Rheumatologie auch gut in das Konzept.“

SPD-Fraktion gegen „Basta-Mentalität“

Der Landrat weiter: „Ich habe schon angekündigt, dass ich in meiner Funktion als Vorsitzender des Kliniken-Aufsichtsrats dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung setzen werde und habe bereits detaillierten Bericht eingefordert. Dort werden wir dann beraten beziehungsweise entscheiden, wie es weitergeht.“ Die nächste Sitzung des zwölfköpfigen Aufsichtsrats der Kliniken des Landkreises Karlsruhe, wie der Verbund aus Bruchsaler Fürst-Stirum- und Brettener Rechbergklinik heißt, ist für den 2. Juli angesetzt. Für den Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Kreistag, Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp, ist klar, dass der Ausgang „dann offen“ ist: „Ich will auf keinen Fall diese Basta-Mentalität.“

Brettener OB für weitere Therapeutensuche

Aus Sicht des Brettener Oberbürgermeisters Martin Wolff kann der Weggang des Schmerztherapeuten nicht als Grund für die Schließung herangezogen werden. „Der Beschluss, dass die Schmerztherapie an der Rechbergklinik Bretten angesiedelt ist, besteht nach wie vor. Bis sich dies nicht ändert, sollte man auch weiter nach einem Schmerztherapeuten suchen, auch nach einem stationären“, empfiehlt der Brettener OB, der als Kreisrat für die Freien Wähler auch im Kliniken-Aufsichtsrat sitzt.

Kritik an Informationspolitik der Klinik

Für erheblichen Unmut sorgte bei der Kreistagssitzung vergangene Woche die Art, wie die Schließung bekannt geworden war. „Dass es im Vorhinein null Kommunikation zwischen der RKH und dem Aufsichtsrat gab“, rügte Markus Rupp als „sehr ärgerlich“. Man habe sich vom Vorgehen der RKH-Verantwortlichen „schlicht überfahren gefühlt“, so Rupp. Die Kreisräte hätten „alles erst aus der Presse erfahren“. „Da frage ich mich doch, wozu ich Aufsichtsrat bin“, so der SPD-Fraktionschef. Auch der Umstand, dass die letzte Aufsichtsratssitzung offenbar mangels Sachthemen abgesagt worden war, stieß vor diesem Hintergrund bei einigen Kreisräten auf Unverständnis.

Widerspruch zu Neuenbürg-Plänen?

Kreisrat Paul Metzger wies seitens der Bürgerinitiative Pro Rechbergklinik auf den seiner Ansicht nach bestehenden Widerspruch zwischen der mit Personalschwierigkeiten begründeten Schließung der stationären Schmerztherapie in Bretten und der gleichzeitigen Überlegung zum Aufbau einer Schmerztherapie im ebenfalls zur RKH gehörenden Krankenhaus Neuenbürg im Enzkreis hin. Metzgers Argument: „Wenn Schmerztherapeuten Mangelware sind, dann wäre der angedachte Aufbau eines neuen Schmerztherapie-Schwerpunkts in Neuenbürg mit den gleichen Problemen belastet.“ Landrat Schnaudigel schlägt in dieselbe Kerbe: „Auch das ist eine Frage, auf die ich in der nächsten Sitzung noch ausführliche Antworten von der Klinikleitung bekommen will.“

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