Die Gottesanbeterin - Blitzschnelle Beutejägerin

Profitiert vom Klimawandel: Die Paarung der Gottesanbeterinnen endet bisweilen für das kleinere Männchen tödlich. (Foto: Dittes)
Bretten: Stadt |

Teil 1 unserer Serie über den Klimawandel im Kraichgau

Zunehmende Wetterextreme, steigende Meeresspiegel, sich ausbreitende Wüsten – weltweit finden Forscher immer mehr Anzeichen des Klimawandels. Auch im Kraichgau registriert der Brettener Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) schon seit Jahren den Klimawandel anhand von Wanderungsbewegungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Heute: die Gottesanbeterin.

„Zuerst war ich erschrocken, als ich dieses seltsame Tier neben meiner Haustür sitzen sah“, erzählt eine Frau aus Gölshausen. Mit dem großen dreieckigen Kopf und wie zum Gebet angewinkelten, dolchartigen Fangbeinen kann die Gottesanbeterin für Unwissende furchterregend aussehen.

Ruf als "Männermörderin"

Zumal dieser ursprünglich aus Afrika stammenden Fangschreckenart der Ruf einer Männermörderin vorauseilt: In Einzelfällen verspeisen die Weibchen bei der Paarung den Kopf des Männchens. Ihre blitzartigen Attacken auf Beutetiere sind für das Auge kaum fassbar. Doch für Menschen ist die - 2017 zum Insekt des Jahres bestimmte - Gottesanbeterin völlig harmlos, wie ein BUND-Mitarbeiter feststellt.

Klimatische Erwärmung ebnete den Weg

Aber wie kam die Mantis religiosa, so ihr wissenschaftliche Name, nach Bretten? Ursprünglich war die aus dem Mittelmeerraum eingewanderte Gottesanbeterin nur am sonnenverwöhnten Kaiserstuhl beheimatet, erläutert Gerhard Dittes vom BUND. „Die aufgrund des Klimawandels zunehmenden Temperaturen haben dem Tier den Weg nach Bretten ermöglicht“, so der Naturschützer. Inzwischen ist die Gottesanbeterin in Bretten und Umgebung heimisch geworden, wie Funde von Paarungen und Eigelegen belegen. Gerhard Dittes


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