Arbeitsgemeinschaft Obergrombacher Vereine: Muskelarbeit im Zeichen der Burg

Zur "freiwilligen Fronarbeit" auf die Burg: Obergrombacher Vereinsmitglieder rückten mit Schubkarren und Spaten an.
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Mit "freiwilliger Fronarbeit" haben Mitglieder der Obergrombacher Vereine ein Geburtstagsgeschenk an den Schlossherrn der Obergrombacher Burg eingelöst.

Bruchsal-Obergrombach (kk) Wilde Entschlossenheit zeichnet sich auf den wettergegerbten Gesichtern ab, kräftige Fäuste umklammern Eschen-und Eichenstiele von Langwaffen. Einer nach dem anderen zwängen sich die Männer in derber Kleidung durch die Ausfallpforte ins Innere der Obergrombacher Burg. Bei der beschriebenen Szene handelt es sich nicht um den Wunschtraum des Untergrombacher Bauernführers Joß Fritz - der ja die Obergrombacher Burg als Angriffsziel auserkoren hatte -, sondern um eine reale Begebenheit im Jahre 2018.

Ungewöhnliches Präsent zum 60. Geburtstag

Rückblick: Vor Jahren feierte der Obergrombacher Burg- und Schlossherr Eckbert von Bohlen und Halbach seinen 60. Geburtstag. Dazu hatte er auch etliche Obergrombacher Bürger zu einer Feier eingeladen. Da warf sich die Frage nach einem geeigneten Präsent auf. Dr. Wolfram von Müller, seines Zeichens Dorfarzt und Stadtrat, offerierte einen höchst ungewöhnlichen Einfall: „Wir bieten dem Geburtstagskind einen Arbeitseinsatz mit freiwilliger Fronarbeit an." Die Obergrombacher waren anfangs etwas verblüfft ob dieser Idee, stimmten dann aber dem Gedanken von Dr. von Müller zu.

Handarbeit für Gewölbeabdichtung

Die Familie von Bohlen und Halbach ist seit 1885 im Besitz von Schloss und Burg Obergrombach. Der Unterhalt der Ruine der Marienburg, deren Anfänge bis zum Jahr 1.000 zurück gehen, und des Schlosses aus dem 17. Jahrhundert sowie der Schlosskapelle erfordern großen finanziellen
Aufwand. Der Einsatz von Maschinen ist auf dem Burggelände weitgehend unmöglich; alle Arbeit zur Pflege und Unterhalt müssen von Hand erledigt werden. Somit kam das Angebot der Obergrombacher Vereine dem Burgherren und seinem Verwalter Peter Müller gerade gelegen: Die Decke eines unterirdischen Gewölbekellers war undicht geworden, und um ihn abzudichten, war die Entfernung von verbuschtem Erdreich erforderlich.
Also rückten vor zwei Jahren etliche Obergrombacher Vereinsvertreter mit Schaufel und Spaten an, um in arbeitsintensiver Handarbeit die Kellerdecke freizulegen.

15 Kubikmeter abtransportiert

Jetzt, nach Abschluss der Dichtungsarbeiten, konnte das abgetragene Erdreich aus dem oberen Burghof abtransportiert werden. Dr. Wolfram von Müller und Ortvorsteher Jens Skibbe riefen wieder zu den „Langwaffen“ – in dem Fall sind Spaten und Schaufeln samt Schubkarren gemeint – und genau zwei Dutzend Helfer von verschiedenen Vereinen folgten dem Aufruf. In einem fünfstündigen Einsatz wurden rund 15 Kubikmeter Erde, Wurzelwerk und Steine gelockert, auf Schubkarren geladen und auf eigens angelegten Bahnen durch die Ausfallpforte aus dem Burggelände transportiert.

Zum Dank ein Imbiss im Burghof

Nachdem das schweißtreibende Werk vollendet war, lud Eckbert von Bohlen und Halbach die „Fronarbeiter“ zu einem Imbiss im unteren Burghof ein. Der Adelige bedankte sich herzlichst bei den Obergrombachern und hob die besondere Verbindung hervor, die seit Jahrzehnten Burgbewohner und Einwohnerschaft verbindet. Dr. Wolfram von Müller schlug in die gleiche Kerbe und verwies als Beispiel auf die Überlassung des Schlossparks anlässlich des bevorstehenden Burgfests für das mittelalterliche „Bundschuhlager“ und den „Mittelaltermarkt“. Zum Abschluss servierte Schlosskoch Felix ein „Wildgulasch“ aus heimischen Wäldern.

Alle Fotos: Kehrwecker

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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