Landrat Christoph Schnaudigel besichtigt Impfzentrum in Sulzfeld
„Jeder Impfvorgang muss medizinisch betreut werden“

Vor-Ort-Termin im künftigen Kreisimpfzentrum EGO Halle 4 in Sulzfeld: Bürgermeisterin Sarina Pfründer, Karlheinz Hörsting (Geschäftsführer der Blanc und Fischer Familienholding), Erster Landesbeamter Knut Bühler und Landrat Christoph Schnaudigel (von links).
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  • Vor-Ort-Termin im künftigen Kreisimpfzentrum EGO Halle 4 in Sulzfeld: Bürgermeisterin Sarina Pfründer, Karlheinz Hörsting (Geschäftsführer der Blanc und Fischer Familienholding), Erster Landesbeamter Knut Bühler und Landrat Christoph Schnaudigel (von links).
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Sulzfeld (hk) Christoph Schnaudigel, Landrat des Landkreises Karlsruhe, hat am Mittwoch, 9. Dezember, mit der Sulzfelder Bürgermeisterin Sarina Pfründer das E.G.O.-Gebäude in der Gemeinde besucht, um sich einen ersten Eindruck von einem der künftigen Corona-Impfzentren im Landkreis Karlsruhe zu machen. Letzte Woche wurde bekannt, dass die Wahl des Sozialministeriums unter anderem auch auf das Gebäude in der Kraichgau-Gemeinde gefallen ist (wir berichteten). Bis zu 1.500 Mitarbeiter haben in der ehemaligen Fertigungshalle Thermostate, Schalter und Rohrleitungen produziert. 50 Jahre lang war die Fertigung zuletzt in Betrieb, bis der Standort 2012 nach Oberderdingen verlagert wurde. Aktuell seien im Gebäude laut Bürgermeisterin Pfründer Start-Ups und kleinere Firmen eingemietet, wobei die „Halle 4“ von der Blanco-Gruppe auch als Lagerhalle genutzt werde.

Shuttlebus zur E.G.O.-Halle

Beim Vor-Ort-Termin wurde deutlich, dass der Standort alle wichtigen Aspekte wie ausreichend Platz und Parkplätze, Barrierefreiheit und eine ÖPNV-Anbindung erfüllt. Die vom Land geforderte freie Fläche von mindestens 1.200 Quadratmetern übertrifft die E.G.O.-Halle mit einer Fläche von 1.800 Quadratmetern deutlich. Zudem stehen insgesamt 450 Parkplätze rund um das Gebäude zur Verfügung. Gefordert waren mindestens 150. Außerdem soll ein Shuttlebus auf dem 1,3 Kilometer langen Weg vom Bahnhof in Sulzfeld zum E.G.O-Gebäude in die Ochsenburger Straße 19 eingerichtet werden. Zudem bietet der Standort einen weiteren Vorteil, wie Landrat Schnaudigel erklärte: Das Objekt blockiere als Impfzentrum keinen vorhandenen Betrieb. Das wäre zum Beispiel bei der Anmietung von Sporthallen oder Veranstaltungsorten ein Problem gewesen. Der Mietvertrag für die E.G.O.-Halle sei bis Juni 2021 ausgelegt. Pro Kreisimpfzentrum sollen laut Landrat Schnaudigel etwa 800 Impfungen am Tag durchgeführt werden. Dazu kommen Impfungen von elf mobilen Teams im Landkreis Karlsruhe.

Impfstoff muss bei -70 Grad gelagert werden

Der Zu- und Abgang in die Halle soll als Einbahnsystem geregelt werden, sodass Bürger von Kabine zu Kabine durch verschiedene Zonen geschleust werden können. Ab sofort soll Schritt für Schritt die bis zum 15. Januar nötige Infrastruktur eingerichtet werden. Neben der „Impfstraße“ sollen auch eine Anmeldung und Wartebereiche entstehen. „Wir werden unverzüglich mit Messebauern sprechen, um schnellstmöglich mit dem Aufbau von abgetrennten Einheiten zu beginnen, in denen Aufklärungsgespräche und Impfungen stattfinden und wo auch Ruhebereiche untergebracht werden. Außerdem müssen wir uns um Stromversorgung, Internetanbindung, Sanitäreinrichtungen, Parkplätze, Reinigungskräfte und einen Sicherheitsdienst kümmern, der rund um die Uhr vor Ort sein wird“, zählte Schnaudigel die notwendigen Schritte auf. Hard- und Software sowie die Kühlgeräte, in denen der Impfstoff bei -70 Grad gelagert werden muss, werden vom Land Baden-Württemberg bereitgestellt. Bundesweit sollen telefonische Anmeldungen für Impftermine unter der Telefonnummer 116117 ermöglicht werden. Ergänzt wird die Möglichkeit zur Anmeldung auf digitalem Weg über eine App. Die Terminvergabe soll bei der Anmeldung für das dem Wohnort nächstgelegene Impfzentrum erfolgen. Da das Ministerium derzeit mit einer Impfung von zwei Dosen, mit einem Abstand von 21 bis 28 Tagen, ausgeht, sollen die Termine dafür gleichzeitig vergeben werden.

Medizinisches Fachpersonal händeringend gesucht

Als aktuell größte Herausforderung bezeichnete der Landrat die Bereitstellung von medizinischem Personal. „Für das medizinische Fachpersonal und die Ärzte ist das Land verantwortlich, die Organisation und der Betrieb der KIZ liegen in der Hand des Landkreises“, so Schnaudigel. Für den Betrieb seien 14 Ärzte pro Tag, davon sieben pro Schicht notwendig. Dabei sind Impfzeiten sieben Tage die Woche in zwei Schichten von 7 Uhr bis 21 Uhr geplant. „Jeder Impfvorgang muss medizinisch betreut werden“, betonte Knut Bühler, Erster Landesbeamter. Auch pensionierte Ärzte können in den Impfzentren eingesetzt werden. Gesucht werden neben medizinischem Fachpersonal auch Personal für die Verwaltung vor Ort, Dolmetscher, Einweiser, Sicherheitspersonal und auch Fachkräfte für die Reinigung des Impfzentrums. Wer seine Hilfe anbieten kann, der wird gebeten, sich über die Homepage des Landkreises Karlsruhe melden.

Impfzentrum in Rheinstetten dient als Vorbild

Nach den Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums werden sowohl in den Zentralen Impfzentren als auch den Kreisimpfzentren zunächst nur Personen aus Risikogruppen geimpft, eine genaue Priorisierung wird noch erarbeitet. Diese Personen werden informiert und können dann telefonisch oder über eine App die zwei erforderlichen Impftermine vereinbaren. „Es gibt keine kreisscharfe Begrenzung: Wer in Bruchsal wohnt und in Mannheim arbeitet, kann sich auch in Mannheim impfen lassen“, berichtete der Landrat. Allerdings sind die KIZ zeitlich begrenzt. Nach Vorstellung des Landes Baden-Württemberg werden die Standorte nur bis Sommer benötigt. Dann rechnet das Land damit, dass auch andere Impfstoffe zur Verfügung stehen und die Impfung in die Regelversorgung übergehen kann, das heißt, dass Haus- und Betriebsärzte die Impfungen übernehmen. Den Bedarf von Alten- und Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sollen dann die mobilen Impfteams abdecken. „Wir werden uns hier mit Sicherheit die Erfahrungen aus Rheinstetten zunutze machen“, betonte Landrat Schnaudigel. Dort entsteht in der Messe Karlsruhe derzeit das erste Impfzentrum der Region. Bereits am 15. Dezember sollen dort jeden Tag von 7 bis 21 Uhr stündlich 120 Menschen geimpft werden können, wenn der Impfstoff zur Verfügung steht.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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