Kirchengemeinde Mühlbach ist ausgezeichnet - Zertifikat für Energiemanagementsystem

Pfarrer Stefan Hamann und Energiebeauftragter Wolfdietrich Schau freuen sich über das von Felix Schweikhardt (rechts) überreichte Zertifikat
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Am vergangenen Wahlsonntag zeichnete die Evangelischen Landeskirche in Baden die Kirchengemeinde Mühlbach für ihr Engagement im Klimaschutz aus. Im Rahmen eines Gottesdienstes überreichte Felix Schweikhardt vom Büro für Umwelt und Energie in Karlsruhe dem Energiebeauftragten Wolfdietrich Schau das entsprechende Zertifikat.

Die evangelische Kirchengemeinde ist damit die erste Gemeinde in Deutschland, die das in Baden unter dem Namen Energiemission firmierende Programm zum ersten Mal durchlaufen hat. „Ziel bei der Energiemission ist es jedoch, nicht nur einmalig etwas zu tun, sondern sich Schritt für Schritt, Jahr für Jahr, immer etwas zu verbessern“, so Schweikhardt. Alle zwei Jahre werde so für Strom, Heizung und Warmwasser der Managementkreislauf aus Bestandsaufnahme und Maßnahmenplanung, Maßnahmenumsetzung, Überprüfung der Ergebnisse und Reaktion auf die Ergebnisse durchlaufen. Abgeschlossen werde der Kreislauf jeweils durch die Erstellung eines Energieberichts mit den Energieverbrauchszahlen der Gemeinde sowie der Überprüfung durch einen externen Gutachter.

Bereits vor Eintritt in das Managementsystem hatte die Gemeinde Mühlbach mit dem flächendeckenden Bezug von Ökostrom, dem Einbau moderner Heizungspumpen und der Sanierung des Pfarrhauses mit Einbau einer Solarthermie-Anlage die ersten Schritte zum Klimaschutz getan.

Beim Klimaschutztag zum Auftakt der Energiemission im vergangenen Oktober wurden dann weitere Maßnahmenideen gesammelt und priorisiert. „Ziel ist dabei nicht, blind loszurennen, sondern zunächst zu schauen, wo man die größten Umweltauswirkungen und Verbesserungspotentiale hat“, erläuterte Schweikhardt. Gemeinsam mit dem Kirchengemeinderat diskutierte Wolfdietrich Schau im Anschluss an den Klimaschutztag, welche der Maßnahmen man in den nächsten zwei Jahren angehen will. Gleichzeitig erhob er monatlich die Zählerstände und ermittelte so, wann wo am meisten Energie verbraucht wird. Ergebnis ist ein ambitioniertes Energieprogramm, das nun schrittweise umgesetzt wird.

Manche Dinge konnten jedoch sofort erledigt werden. So wird beispielsweise der Kindergarten am Wochenende nicht mehr geheizt, der Pfarramtsdrucker wurde durch ein effizienteres Modell ersetzt, ein defektes Heizungsventil ausgetauscht und die Temperaturen in der Kirche unter der Woche leicht reduziert.

Für die nächsten zwei Jahre sind nun umfangreichere Veränderungen an der Heizzentrale für Gemeindehaus und Kindergarten geplant. So sollen die Heizkreise anders geführt und geregelt werden, die Warmwasserbereitung soll dezentral mit Strom erfolgen. Im Gemeindehaus stehen die Dämmung der Heizkörpernischen und der energieeffiziente Ersatz der Küchengeräte an, im Pfarramt der Austausch der Beleuchtung und in der Kirche wird überlegt, wie die Aufheizung der Kirche langsamer und damit orgelschonender erfolgen kann. Wer dabei gerne mitarbeiten würde, kann sich gerne beim Energiebeauftragten der Gemeinde Herrn Schau oder im Pfarramt Mühlbach melden.

Insgesamt konnte die Gemeinde Mühlbach durch die getroffenen Maßnahmen bereits 11 Prozent des Strom- und Heizenergieverbrauchs sowie 27 Prozent des CO2-Ausstoßes einsparen.

Die Motivation für dieses Engagement schwebte während des Gottesdienstes quasi über dem Kirchenschiff. Pfarrer Stefan Hamann hatte die blaue Erde, wie sie von einer der Apollo-Mond-Missionen fotographiert worden war, großformatig auf die Leinwand projiziert.

Auch sonst stand der Gottesdienst ganz im Zeichen der Schöpfungsbewahrung. Neben vielen passenden Liedern und Gebeten durften Kinder im so genannten Predigt-Quiz herausarbeiten, welche Dinge auf der Erde von Gott und welche vom Menschen gemacht beziehungsweise beeinflusst worden sind. Das letzte Bild der Predigt zeigte eine ausgetrocknete Landschaft in Afrika.

Pfarrer Hamann und Energiebeauftragter Schau hoffen daher, dass noch viele weitere Gemeinden in die Energiemission einsteigen werden, so dass zumindest der menschliche Einfluss auf Dürren, Stürme oder Überschwemmungen so gering wie möglich gehalten werden kann.

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