Verdacht auf Krätze-Infektion: Oberderdinger Pflegeheim weist Vorwurf mangelnder Information zurück

Seniorenzentrum Haus Edelberg in Oberderdingen: Ein Fall von Krätzeverdacht hat die Kritik von Besuchern hervorgerufen. Foto: ch
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Nach einem Verdachtsfall auf Krätze im Oberderdinger Pflegeheim Haus Edelberg ist von Besucherseite Kritik laut geworden. Die Brettener Woche hat bei der   Pflegeeinrichtung nachgefragt.

Oberderdingen (ch) Außerordentliche, über mehrere Wochen anhaltende gesundheitliche Schutzmaßnahmen haben im Seniorenzentrum Haus Edelberg in Oberderdingen die Kritik von Besuchern hervorgerufen. Die Rede war von Isolation der Bewohner und ungenügender Information durch die Einrichtungsleitung. Auf Nachfrage der Brettener Woche hat nun die zuständige Regionale Marketingmanagerin Stefanie List zu den Vorwürfen Stellung bezogen.

„Unverzüglich Maßnahmen ergriffen“

Zuvor hatte die Oberderdinger Heimleiterin Manuela Ehrenreich eine Auskunft mit dem Hinweis abgelehnt, per Telefon würden grundsätzlich keine Statements abgegeben. Erst ein Anruf bei der Pressestelle von Orpea Deutschland, seit einigen Jahren Mutterkonzern der Haus Edelberg Seniorenzentren, führte zum Erfolg. Wie die Regionale Marketingmanagerin jetzt mitteilt, hat das Oberderdinger Pflegeheim bereits im Januar „einen Verdacht auf Scabies“ an das Gesundheitsamt gemeldet und daraufhin „unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet“. Der Fachbegriff Scabies bezeichnet die parasitäre Hautkrankheit Krätze, die durch eine Milbenart verursacht wird.

Gemeinschaftsräume seit 15. April wieder offen

Gemeinsam mit dem Gesundheits- und dem Landratsamt sowie den ansässigen Ärzten habe das Heim entschieden, dass alle Bewohner und Mitarbeiter vorbeugend behandelt werden, wodurch ein weiteres Auftreten erfolgreich verhindert wurde, so Stefanie List. Eine Besucherin hatte gegenüber der Brettener Woche beklagt, dass der „Treff“, ein Gemeinschaftsraum, seit Wochen geschlossen sei, was die Begegnungsmöglichkeiten stark einschränke. Aus Sicht der Marketingmanagerin stellt sich der Sachverhalt jedoch anders dar. Man habe „als vorbeugende Maßnahme“ das Restaurant, die Bibliothek und den Andachtsraum geschlossen. Diese seien seit 15. April wieder geöffnet. Alle Treffs in den drei Wohnbereichen seien jedoch „stets geöffnet“ gewesen. Die Aktivitäten, die sonst im Restaurant stattfanden, seien in der Zwischenzeit auf die Treffs verlegt worden.

Polstermöbel „vorsorglich entfernt“

Negativ war von Besucherseite auch vermerkt worden, dass es im Foyer keine Sitzgelegenheiten mehr gebe. Diese Polstermöbel, wo sich die Bewohner gerne treffen, seien „vorsorglich entfernt“ worden, „um sie zu reinigen“, entgegnet die Marketingmanagerin. Was das bemängelte Informationsdefizit angeht, betont sie: „Die Türen der Einrichtungsleitung und der Pflegedienstleitung standen und stehen stets offen; Bewohner und Angehörige haben das gerne genutzt und sich in Gesprächen informiert.“ Außerdem habe man Angehörigen, Bewohnern und Mitarbeitern einen Infobrief geschickt, im Haus mit Aushängen informiert und eine Presseinformation im Gemeindeblatt veröffentlicht.

„Kein Zeichen mangelnder Hygiene“

„Wir sind froh darüber, dass wir in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt alle erforderlichen Maßnahmen so umsetzen konnten, dass unsere Bewohner so wenig Beeinträchtigungen hatten wie möglich“, unterstreicht Stefanie List und fügt hinzu: „Aber natürlich mussten die Maßnahmen gewissenhaft ergriffen werden.“ Das Auftreten der Hautinfektion im Oberderdinger Pflegeheim sei zwar unangenehm, jedoch „auch in Baden-Württemberg leider keine Seltenheit“: Die Hautinfektion trete häufig in Gemeinschaftseinrichtungen auf, dort, wo viele Menschen zusammenleben, und sei „kein Zeichen von mangelnder Hygiene“. Die Behandlung gehe schnell, sei schmerzlos und erfolge unkompliziert mittels Tabletten und Salben, teilt die Marketingmanagerin abschließend mit.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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