Lehrergewerkschaft zum Start des schriftlichen Abiturs
"Zu wenig Lehrerstunden für die neue Oberstufe"

Barbara Becker, Beisitzerin Gymnasien im Bezirksvorstand Nordbaden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie stellvertretende Vorsitzende GEW Landesfachgruppe Gymnasien
  • Barbara Becker, Beisitzerin Gymnasien im Bezirksvorstand Nordbaden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie stellvertretende Vorsitzende GEW Landesfachgruppe Gymnasien
  • Foto: GEW Nordbaden
  • hochgeladen von Chris Heinemann

REGION (kn) Anlässlich des Beginns der schriftlichen Abiturprüfungen in Baden-Württemberg hat die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) deutliche Kritik an den Regelungen für die neue gymnasiale Oberstufe geübt.

Erfolgreiche Studienvorbereitung infrage gestellt

In einer Mitteilung von Barbara Becker, Beisitzerin Gymnasien im Bezirksvorstand Nordbaden der GEW, heißt es: "Geprüft werden wie gewohnt die verpflichtenden Kurse und auch die Fächer, die die Schüler/innen nach Neigung und beruflicher Orientierung wählen können." Genau diese Auswahl stehe durch die Regelungen der "Neuen Oberstufe" auf dem Spiel: Die Landeregierung habe bei der Rückkehr zum Leistungs- und Basiskurssystem wesentlich zu wenig Lehrerwochenstunden in die Oberstufe investiert, so dass kleinere Kurse in seltener gewählten Fächern nicht zustande kommen können. Gleichzeitig finde ein Run auf die Kernfächer statt, so dass hier Kursgrößen zu erwarten seien, die ein Arbeiten im Sinne einer erfolgreichen Studienvorbereitung in Frage stellen.

Nachteil für ländliche Schulen

Nach Ansicht Barbara Beckers werden städtische Gymnasien diesen Mangel zumindest teilweise durch eine noch stärkere Kooperation ausgleichen können - mit deutlich negativen Folgen für die Stundenpläne. Insbesondere ländliche und kleinere Schulen jedoch müssten ihre Angebotsvielfalt deutlich einschränken. "Das ist aus Sicht der Schülerinnen und Schüler ein deutlicher Qualitätsverlust bei der Vorbereitung auf Abitur und Studium", kritisiert die Gewerkschafterin. Außerdem erhöhe sich durch die entstehenden großen Kurse die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte noch weiter.

Forderung nach Einsatz arbeitsloser Gymnasiallehrer

Die "Neue Oberstufe" ist nach ihrer Ansicht strukturell zwar neu angelegt, aber in Bezug auf die nötigen Ressourcen jedoch genauso strukturell unterversorgt. "Wer Qualität will, muss sie ermöglichen – zum Beispiel durch mehr Stunden für die Oberstufe und damit mehr Auswahl bei den Kursen", fordert die GEW-Funktionärin und stellt fest: "Die GEW hat kein Verständnis dafür, dass die bereit stehende große Schar arbeitsloser Gymnasiallehrkräfte nicht eingesetzt wird: Es ist Zeit für mehr Zeit - auch in der neuen Oberstufe."

Mehr zum Thema Schule lesen Sie auf unserer Themenseite

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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