"Hochwasserschutz darf kein Schnellschuss werden"

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Unwetter und Sturzfluten haben dem Brettener Stadtteil Ruit schwer zugesetzt (wir berichteten). Die Kernstadt blieb von den Wassermassen diesmal weitestgehend verschont. Der Oberbürgermeister der Stadt Bretten, Martin Wolff, hat sich in einem Kurzinterview mit der Brettener Woche / kraichgau.news zu den Ereignissen der vergangenen Nacht geäußert.

Herr Wolff, wie ist aus Ihrer Sicht die gestrige Nacht mit Starkregen und Überflutungen in Ruit und Bretten-Kernstadt abgelaufen?

Mein Dank gilt in erster Linie den Einsatzkräften aus Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Baubetriebshof und Deutschem Roten Kreuz. Nachdem man sich in kürzester Zeit einen Überblick über die Lage verschafft hat, wurde Vollalarm für die Feuerwehr Bretten, also für alle zehn Abteilungen, ausgelöst. Zusammen mit den weiteren Hilfskräften wurden fortan die Bemühungen zentral im Feuerwehrhaus Bretten koordiniert.

Dabei konnte ich mir vor Ort einen Eindruck von der erneut absolut professionellen Vorgehensweise der Einsatzkräfte verschaffen. Mit rechtzeitigen und in kürzester Zeit installierten Sandsack-Ausgaben konnte auch einem möglichen Übertritt der Bachläufe an neuralgischen Punkten in Diedelsheim aber auch in der Kernstadt, wie an der Jugendmusikschule, vorgesorgt werden.

Wie sehen sie die Verfassung der Bevölkerung? Ist da eine gewisse Resignation aufgrund des neuerlichen Hochwassers zu spüren?

Natürlich blicken die Brettener dieser Tage, in denen es auch in vielen anderen Teilen des Landes zu Überflutungen kommt, bang zum Himmel, wenn dieser seine Schleusen öffnet. Gleichzeitig konnte ich im Detail feststellen, dass auch die Bürgerinnen und Bürger zunehmend routinierter mit der Situation umzugehen wissen. Hier hilft mit Sicherheit auch das gut funktionierende Krisenmanagement. Sowohl Feuerwehr als auch Stadtverwaltung haben an diesen Abend „live“ die Bürgerinnen und Bürger über Social Media und die Homepage informiert. Darüber hinaus habe ich im Rathaus den Krisenstab einberufen und ein Notfalltelefon eingerichtet. Dies hilft Vertrauen zu schaffen und Panik gleich im Ansatz zu vermeiden.

Wie wird in Bretten auf dieses Sturzflut-Ereignis reagiert, gibt es schon konkrete Pläne, den Hochwasserschutz kurzfristig zu verbessern?

Hochwasserschutz darf nicht zum Schnellschuss verkommen. Wirkungsvoller, regionaler Hochwasserschutz funktioniert nur im Verbund und bedarf einer sauberen vorherigen Analyse und Abstimmung der Kommunen. Mit über das Knie gebrochenen Maßnahmen verlagern sie häufig nur die Gefahrenlagen, anstatt sie zu bereinigen. Selbstverständlich werden wir aber etwaige Schäden umgehend sichten, und diese schnellstmöglich beheben.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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