Runder Tisch zur Zukunft der katholischen Altenpflege in Bretten

Ein runder Tisch soll den Streit um das Altenheim St. Laurentius in Bretten schlichten.
  • Ein runder Tisch soll den Streit um das Altenheim St. Laurentius in Bretten schlichten.
  • hochgeladen von Christian Schweizer

Martin Wolff, Oberbürgermeister der Stadt Bretten, hat in der nächsten Woche zu einem Runden Tisch eingeladen. Dort soll mit Vertretern des Caritasverbandes Ettlingen, der katholischen Kirchengemeinde Bretten, des Landratsamtes, des Brettener Gemeinderates, der Wählerinitiative „ die aktiven“ und der Verwaltung über die Zukunft der katholischen Altenpflege in Bretten diskutiert werden.

Bretten (pm/swiz) Die Ankündigung des Caritasverbandes Ettlingen, auf dem Mellert-Fibron-Areal ein neues Gebäude für die katholische Altenpflege in Bretten zu errichten und den bisherigen Standort in der Apothekergasse aufzugeben, hat in den vergangenen Monaten für viel Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit gesorgt. Die Situation scheint verfahren, eine einvernehmliche Lösung nicht in Sicht. Um die beteiligten Akteure und Wortführer zu einem Gespräch zusammenzubringen, hat der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff in der nächsten Woche nun zu einem Runden Tisch eingeladen.  Dort soll mit Vertretern des Caritasverbandes Ettlingen, der katholischen Kirchengemeinde Bretten, des Landratsamtes, des Brettener Gemeinderates, der Wählerinitiative „ die aktiven“ und der Verwaltung über die Zukunft der katholischen Altenpflege in Bretten diskutiert werden.

"Sind davon ausgegangen, dass Einigkeit besteht"

In dem Einladungsschreiben zum Runden Tisch erklärt Wolff noch einmal den bisherigen Verlauf der Planungen aus seiner Sicht. "Das Bebauungsplan-Verfahren war am Laufen. Alle bisherigen Beschlüsse gingen in die Richtung Mischgebiet, das die Nutzung Altenpflege und Wohnen zulässt. Dass der Lärmschutz bei der besonderen Lage des Grundstücks an der Bahnlinie eine Rolle spielt und gesondert zu untersuchen ist, war immer ein offenes Thema." Als der Wunsch des Caritasverbandes Ettlingen an die Stadt herangetragen worden sei, die katholische Altenpflege auf dem Mellert-Fibron-Gelände zu realisieren, seien alle alle Beteiligten bei der Stadt und auch der Aufsichtsrat der Kommunalbau GmbH "selbstverständlich davon ausgegangen, dass das Bebauungsplan-Verfahren ganz normal seinen Lauf nimmt und die Bebaubarkeit selbstverständlich hergestellt wird und, dass im Innenverhältnis der katholischen Stellen Einigkeit für das Projekt Mellert-Fibron-Gelände besteht", schreibt Wolff. Deswegen habe dies auch niemand hinterfragt. "Alle Ampeln standen auf Grün. Dass diese Einigkeit nicht besteht, wurde durch den Brief von Pfarrer Harald-Mathias Maiba und den heftigen Äußerungen von Manfred Groß bei der Einwohnerfragestunde am Tag der Gemeinderatssitzung sehr deutlich", betont der OB. 

"Verschiedene Vorschläge zum Ausbau/Erweiterung gemacht"

Der Caritasverband Ettlingen habe allerdings mehrfach erklärt, den bisherigen Standort nicht aufrechterhalten zu können. Diesen Standort aufzugeben, sei aber für viele Menschen nicht nachvollziehbar, sie wollten ihn unbedingt erhalten, schreibt der OB weiter. "Der Wunsch, die katholische Altenpflege am aktuellen Standort zu erhalten, wurde im Nachgang sehr deutlich vorgetragen. Es gibt aber auch Befürworter für den Standort Mellert-Fibron-Gelände. In Anbetracht der anstehenden Ein-Bett-Zimmer-Regelung und dem dadurch ausgelösten Mehrbedarf an Platz, habe ich in den Vorjahren den Vertretern des Caritasverbandes Ettlingen verschiedene Vorschläge zum Ausbau/Erweiterung gemacht (AOK-Gelände, Erweiterung auf der Sporgasse), die jedoch alle als nicht umsetzbar eingestuft wurden", blickt Wolff zurück. Ebenso wie die in jüngster Zeit von der Gruppe der „aktiven“. Für eine Kompromisslösung, um die katholische Altenpflege in der Nähe der Kirche zu behalten, habe er auch noch das Baufeld zwei mit 2.700 Quadratmetern auf dem Sporgassenareal vorgeschlagen. Auch dieser Vorschlag sei abgelehnt worden, so der OB.

Frieden in der Stadt wieder herstellen

"Die Uneinigkeit innerhalb der Institutionen der katholischen Kirche, für die ich und auch der Gemeinderat nicht verantwortlich sind, überträgt sich nun auf die Bevölkerung und auf die Entscheidung des Gemeinderats zur Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens. Ebenso ist die Verantwortlichkeit der zeitlichen Zuspitzung nicht bei der Stadt zu suchen. Zum Vergleich in ähnlicher Situation: Der Neubau des Stifts Freiburg konnte durch frühzeitiges Agieren ohne Zeitnot fertiggestellt werden", so Wolff. 
Der Gemeinderat und auch er selbst seien in ein Entscheidungsdilemma manövriert worden, bei dem, egal in welche Richtung eine Entscheidung gefällt werde, es Verlierer geben werde, so Wolff. "Nun gibt es von der Fraktion 'die aktiven' Bestrebungen, mit einem Investor und Betreiber den bisherigen Standort für die Altenpflege zu erhalten. Ob dies tatsächlich gelingt, ist noch offen", sagt Wolff. Um Klarheit zu schaffen, mache es Sinn, wenn sich alle Beteiligten möglichst schnell an einen Tisch setzen würden, um gemeinsam eine Lösung für die Zukunft der katholischen Altenpflege, beziehungsweise die Zukunft für den bisherigen Standort zu suchen. Wenn man den Frieden in der Stadt erhalten und wieder herstellen wolle, gehe das nur gemeinsam, so Wolff.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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