Das Leben bis zuletzt lebenswert gestalten

Die Ehrenamtlichen des Ökumenischen Hospizdienstes begleiten Sterbende und deren Angehörige auf dem letzten Weg

BRETTEN/REGION. (ch) Sei es durch schwere Krankheit oder aufgrund natürlicher Alterung – wenn sich ein Leben seinem Ende zuneigt, ist das immer eine Ausnahmesituation. Oft verbunden mit seelischen Belastungen auch für die unmittelbar betroffenen Mitmenschen. Damit sich Sterbende und die ihnen nahe Stehenden in dieser meist unvorhersehbaren und unplanbaren Lebensphase nicht allein gelassen fühlen, gibt es in Bretten den Ökumenischen Hospizdienst.

Erst vor 15 Jahren, 2001, von den beiden großen christlichen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonisches Werk für die Melanchthonstadt und den östlichen Landkreis Karlsruhe gegründet, bietet er den organisatorischen und rechtlichen Rahmen für derzeit zwölf Ehrenamtliche, die sich die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen zur Aufgabe gemacht haben. Die Hospizhelfer, darunter auch ein Mann, kommen aus fast allen Bevölkerungsschichten. „Bei uns engagieren sich ebenso Pensionäre wie Berufstätige, man kann sagen von der Buchhalterin bis zum Ingenieur“, umreißt Leiterin Martina Maier die Bandbreite.
Die hauptberufliche Pflegefachkraft im katholischen Sankt Laurentius-Pflegeheim hat 2005 zusätzlich die Koordination der Hospizhelfer übernommen. Welche Beweggründe die meist über 50-jährigen Ehrenamtlichen antreiben, beschreibt Martina Maier so: „Nachdem ihre Kinder aus dem Haus sind, möchten viele ihre Zeit sinnvoll nutzen.“ Gefragt ist vor allem die Fähigkeit, sich aktiv anderen Menschen zuzuwenden, zum Beispiel aktiv zuzuhören und sie wahrzunehmen. Oder mit den Worten von Martina Maier: „Zeit haben, sich vollkommen auf einen Schwerstkranken oder Sterbenden einlassen können und helfen, das Leben bis zuletzt lebenswert zu gestalten.“ Dabei müsse gar nicht viel getan werden. Eventuell mal etwas vorlesen oder eine Bein- und Handmassage. Hauptsächlich gehe es jedoch darum, da zu sein und ansprechbar zu sein. Vor allem Angehörige brauchten Ansprache und Trost.
Grundsätzlich betreut ein Ehrenamtlicher immer nur einen Menschen und seine Familie, von sechs Wochen bis zu drei Monaten. „Das kann in der Endphase auch mal täglich und rund um die Uhr sein“, weiß Martina Maier. Im Jahr kommen auf diese Weise beim Ökumenischen Hospizdienst insgesamt etwa 14 Begleitungen zusammen. Alle Hospizhelfer unterliegen der Schweigepflicht. Auf eine bestimmte religiöse, politische oder ethische Weltanschauung sind sie nicht festgelegt. Im zweijährigen Rhythmus werden Info-Abende veranstaltet, zu denen sich neue Interessenten melden können. Der nächste ist für kommenden Oktober geplant. Im Anschluss kann, wer will, das Gehörte bei einem 20-stündigen Wochenend-Grundseminar vertiefen.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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