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Oberderdingen feierte Lichtmess: Strahlender Sonnenschein lockte Hunderte Besucher an

Bürgermeister Thomas Nowitzki begrüßte die Teilnehmer des Lichtmesszugs.
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  • Bürgermeister Thomas Nowitzki begrüßte die Teilnehmer des Lichtmesszugs.
  • Foto: Gemeinde Oberderdingen
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Der Tradition entsprechend hat Oberderdingen Anfang Februar seinen Lichtmess-Brauch gefeiert.

OBERDERDINGEN (kn) Traditionell hat die Gemeinde Oberderdingen Anfang Februar den Brauch der Lichtmess gefeiert. Bürgermeister Thomas Nowitzki eröffnete den „Nationalfeiertag“ in Oberderdingen am Morgen, den die Gemeinde bis spät in den Abend gefeiert hat.

Strahlender Sonnenschein und eisige Temperaturen

Die Feierlichkeiten zur Lichtmess begannen bereits morgens um neun Uhr an der Oberen Mühle. Dort versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen der Musikverein Oberderdingen, Reiter hoch zu Ross sowie zahlreiche Interessierte, auch aus den benachbarten Gemeinden und der Umgebung. Der Musikverein sorgte für die musikalische Begleitung. Bürgermeister Thomas Nowitzki begrüßte die Anwesenden und ging auf den Brauch ein.

Lichtmessreiter jetzt auch weiblich

Die Mühlenbesitzer hatten im 12. und 13. Jahrhundert einen jährlichen Mühlzins an das Stabsamt zu entrichten. Danach waren die zu liefernden Mühlkuchen ein Teil des Mühlzinses, den die jeweiligen Inhaber der Oberen und Unteren Mühle dem Kloster als ihrem Lehensherrn zu entrichten hatten. Irgendwann, wohl um die Zeit des 30-jährigen Krieges, wurde im Amthof (Pfleghof) ein Fest gefeiert, an dem die Knechte des Dorfes und der Mühlen teilnahmen. Bereits 1661 waren die Lichtmessreiter unterwegs, alles ledige Männer, die große Weißbrotlaibe, so genannten Mühlkuchen, an buchs- und bändergeschmückten Kreuzstangen mit sich trugen. Heute wird der Brauch nicht mehr so eng gesehen. So unterstützen nun auch ledige junge Frauen die männlichen Reiter.

Lichtmesszug durch Kinder verstärkt

Der Lichtmesszug, angeführt von den Reitern des ortsansässigen Reitvereins, die an die ledigen Burschen erinnern sollen, zog von der Oberen Mühle bis zum Lindenplatz. Immer wieder wurde der Zug angehalten, da es an verschiedenen Stationen am Straßenrand Hochprozentiges gab. Am Lindenplatz angekommen, stießen nicht nur die Kinder vom Kindergarten am Lindenplatz, sondern auch die Grundschüler aus der Strombergschule sowie zum ersten Mal die Schüler der ersten und dritten Klasse der Heinrich-Blanc-Schule in Großvillars, die den Brauch der Lichtmess im Unterricht zum Thema hatten und extra mit dem Bus nach Oberderdingen fuhren, mit ihren selbst gebastelten Lichtmesspferden, gebundene Weiden mit Kreppband umwickelt, dazu. Mehrere hundert Kinder tanzten mit ihren Erziehern und Lehrern den Lichtmesstanz.

Süße Belohnung für Lichtmesstänzer

Vom Lindenplatz ging es weiter auf den Parkplatz der Firma BLANCO. Dort empfingen die Geschäftsführer und Mitarbeiter der Unternehmen den Lichtmesszug und schauten den Kindern beim erneut aufgeführten Lichtmesstanz zu, bei dem viele bunte Bänder durch die Luft flatterten. Am Ende gab es für die Tänzer jeweils einen Mohrenkopf. An der letzten Station vor dem E.G.O.-Verwaltungsgebäude führten die Jüngsten gekonnt ihren Lichtmesstanz auf. Musikalisch begleitet wurden sie an jedem Halt vom Musikverein Oberderdingen. Bevor sich der Lichtmesszug auflöste, konnten sich alle noch einmal bei einem Becher Tee aufwärmen.

Musik vor dem Rathaus

Die Reiter, darunter auch drei junge Frauen, zogen über den Nachmittag bis in den Abend mit den Musikern durch den Ort und machten an verschiedenen Stationen Halt, darunter auch das Rathaus. Zahlreiche Rathausmitarbeiter hörten bei der musikalischen Darbietung zu, bevor Bürgermeister Thomas Nowitzki alle zu einem Getränk einlud. Zum Mittagessen luden die Weingärtner vom Amthof12 mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und der Gemeinde ins Torwächterhaus ein. Bei interessanten Gesprächen ließen sich die Gäste Rollbraten, Maultaschen, Kartoffelsalat und Oberderdinger Wein schmecken. Im evangelischen Gemeindesaal boten die Eltern und Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens „Villa Sonnenschein“ Kaffee und Kuchen an.

Ausklang bei Musik und Tanz im Weingut

Rund um den Marktplatz, im historischen Ortskern, boten rund 60 Marktleute ihre Waren zum Kauf an. Zum Lichtmesstanz marschierten der Musikverein sowie die Reiterinnen und Reiter mit ihren Mühlkuchen in die Räumlichkeiten des Weinguts Kerns und sangen ein Lied über Napoleon. Im Anschluss an den offiziellen Teil unterhielten sie die Gäste bei ausgelassener Stimmung und tanzten zur Musik von „Gentleman of Music“.

Bürgermeister Thomas Nowitzki begrüßte die Teilnehmer des Lichtmesszugs.
Lichtmesspferdchen: Die mit bunten Kreppbändern umwickelten Weidenruten werden von den Kindern beim Lichtmesstanz geschwenkt.
Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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