Kommentar zur Smartphone-Nutzung von Kindern: Hausschlüssel statt Smartphone

Kommentar von Katrin Gerweck, Redakteurin der Brettener Woche, zum Artikel Das Smartphone als Waffe.

Der Erstklässler, der zu Besuch ist und, indem er mir sein Handy überreicht, auffordert: „Kannst du mal WLAN einstellen?“ Die WhatsApp-Gruppe in der vierten Klasse. Der Fünfklässler, der sich damit brüstet, den Kanal einer Pornodarstellerin abonniert zu haben. Alles so erlebt, und ich frage mich, wann sind wir Erwachsenen eigentlich auf die Idee gekommen, dass Smartphones in Kinderhände gehören? Ich kann gut verstehen, dass Eltern und Kinder sich sicherer fühlen, wenn das Kind allein unterwegs ist und für den Notfall anrufen kann. Immer mehr Eltern sind berufstätig, immer mal wieder kommt es vor, dass Schulstunden ausfallen und der Sprössling früher heimkommt. Aber mal ehrlich: In vielen Fällen kann man das auch anders lösen. Mein Sohn, zehn Jahre alt, hat für solche Fälle einen Hausschlüssel. Wenn er nachmittags unterwegs ist, weiß ich, wo er ist. Mir und meinem Mann erscheinen die Gefahren, die ein Smartphone mit sich bringt, unwägbarer, als die Gefahren der realen Welt.

Keine Ruhe rund um die Uhr

Die Streitereien über WhatsApp kennt jeder, dessen Kind in einer Klassengruppe ist. Früher gingen in der Schule schmähende Zettelchen herum, heute piepst das Handy rund um die Uhr, auch wenn man daheim ist und vor den Mitschülern seine Ruhe haben könnte. Wer sich daran erinnert, wie man selber als Kind war, dem wird schnell klar, dass mit Besonnenheit hier nicht zu rechnen ist. Und wenn man das Gegenüber nicht sieht, kann man auch noch mal eine Schippe Gemeinheit drauflegen. So Empathie zu lernen ist schwierig. Ganz abgesehen davon, dass die ständigen Störungen einen aus allem herausreißen: ob Spiel mit Freunden, Hausaufgaben oder Büffeln für die Klassenarbeit, die Konzentration ist hin.

Schau hin, was dein Kind macht!

Natürlich kann man die Entwicklung nicht aufhalten und auch mein Sohn wird in naher Zukunft auf einem eigenen Smartphone bestehen. Wichtig ist, dass man als Eltern hinschaut, was das Kind macht, welche Apps und Spiele es nutzt, mit wem es kommuniziert und wie lange es online ist. Das ist mühsam, aber unsere Kinder sollten es uns wert sein.

Katrin Gerweck

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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