Erlebe Bretten

Dank anonymer Spender gibt es an der Ruiter Grundschule FFP-2 Masken für Lehrer
"Wer eine Maske tragen will, muss sie sich selber kaufen"

Kurze Wege, schnelle Lösung: Die Lehrer der Grundschule Ruit haben nun FFP-2 Masken
  • Kurze Wege, schnelle Lösung: Die Lehrer der Grundschule Ruit haben nun FFP-2 Masken
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Bretten (bea) In der Grundschule in Ruit steht ein Paket mit 250 FFP-2 Masken für die dortigen Lehrer bereit. Dieses hatte Schulleiterin Stefanie Wendt im Dezember bestellt. Doch zum Zeitpunkt der Bestellung sei noch nicht klar gewesen, dass die Masken nicht über das Corona-Sonderbudget der Schulen abgerechnet werden dürften, fügt Ortsvorsteher Aaron Treut an. Daher organisierte er private Spender, die nicht genannt werden wollten, um den offenen Betrag von 450 Euro auszugleichen. "Es darf einfach nicht sein, dass auch in diesem, für uns so wichtigen Berufszweig im Land eine Zweiklassengesellschaft entsteht."

"Wer eine Maske tragen will, muss sie sich selber kaufen"

Grundsätzlich erhielten Grundschullehrer vom Land keine FFP-2 Masken, da es an Grundschulen keine Maskenpflicht gebe, erklärt Amtsleiter Bernhard Feineisen von der Stadt Bretten. "Wer eine Maske tragen will, muss sie sich selber kaufen“, sagt er über die Grundschullehrer. Deren Dienstherr, das Land Baden-Württemberg, sei für die Versorgung der Lehrer zuständig, nicht die Stadt Bretten. Im ersten Entwurf für die Regelungen zum Corona Sonderbudget sei es möglich gewesen FFP-2 Masken abzurechnen. Daher seien die Masken in Ruit wohl bestellt worden. Doch auch das städtische Schulbudget sei grundsätzlich nicht für die Beschaffung von Masken da. Theoretisch hätte die Stadt die Kosten übernehmen können, doch dann hätte die Stadt dies - obwohl das nicht ihre Aufgabe sei - auch den anderen Grundschulen zugestehen müssen. Doch da sich gleich zu Anfang eine Lösung ergeben habe, sei diese verwaltungsinterne Diskussion nicht notwendig geworden, sagt Feineisen.

Umdenkprozess im Kultusministerium

Seitens des Landes empfindet Treut diese Regelung als "Ungleichbehandlung" der Lehrer. Dass das Land keine Unterschiede zwischen den Schularten machen sollte, findet auch Ansgar Mayr, Landtagskandidat der CDU, den Treut auf dieses Thema ansprach. In einem Schreiben von Ministerin Susanne Eisenmann habe er gelesen, dass bei der kommenden Beschaffung von FFP-2 Masken auch die Grundschulen mitversorgt werden sollen. Im Kultusministerium scheine ein Umdenkprozess eingesetzt zu haben, das begrüße er. Doch auch für Erzieherinnen in  Kindertagesstätten (Kita) sollten FFP-2 Masken bereitgestellt werden, sagt Mayr. Aufgrund der in Deutschland auftretenden Mutationen des Virus sollte man verstärkt auf FFP-2 Masken setzen, sagt der CDU-Mann allgemein. In Baden-Württemberg gebe es bereits eine Diskussion, ob man künftig öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufsmärkte nur noch mit FFP-2 Masken betreten dürfe, so Mayr.

"Spaltung des Kollegiums"

Auch Stephan Walter, Rektor der Lußhardt-Gemeinschaftsschule in Forst und Landtagskandidat der SPD, ist der Meinung, dass die momentane Regelung des Landes zur "Spaltung des Kollegiums" beitrage und diesem nicht vermittelbar sei. Seiner Schule seien die bereits gelieferten Masken nur für die Lehrer ab Klasse fünf zugeteilt worden. Die Lehrer der Klassen eins bis vier seien dabei leer ausgegangen. Doch glücklicherweise sei der Schule eine großzügige Maskenlieferung zugewiesen worden. FFP-2 Masken wurden entweder privat oder über den Schuletat besorgt, sagt Walter. Dabei gehe es um einige hundert Euro. Auch habe jeder Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter und der Öffentliche Dienst sollte stets eine Vorbildfunktion einnehmen. Besorgniserregend wäre, wenn Kitas schnell geöffnet würden, da eine AOK-Studie bestätigte, dass die Berufsgruppe mit den meisten Infektionen Erzieher seien, sagt Walter.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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