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Kinderzentrum Maulbronn ruft nach Hilfe: Gespräch mit Chefarzt Professor Rainer Blank

Professor Dr. Rainer Blank, Ärztlicher Leiter des Kinderzentrums Maulbronn
  • Professor Dr. Rainer Blank, Ärztlicher Leiter des Kinderzentrums Maulbronn
  • Foto: Kinderzentrum Maulbronn
  • hochgeladen von Chris Heinemann

Das renommierte Kinderzentrum Maulbronn, eine weit über Baden-Württemberg hinaus bekannte Spezialklinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, hat einen Hilferuf an die Öffentlichkeit gerichtet. Wir haben mit Chefarzt Professor Rainer Blank über die Beweggründe gesprochen.

MAULBRONN (ch) Rund anderthalb Jahre nach Einweihung seines neuen Bettenhauses (wir berichteten) wendet sich das Kinderzentrum Maulbronn mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Diesmal geht es um die Sanierung des bisherigen Altbaus der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie. Dass die Sanierung notwendig ist, war schon damals bekannt. Ebenso, dass sie nicht billig wird, auch weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Herr Professor Blank, warum dieser Hilferuf zum jetzigen Zeitpunkt?
Wir haben uns aufgrund der überraschend hohen Kosten von insgesamt neun Millionen Euro zu diesem Schritt entschlossen. Nachdem wir unsere Mitarbeiter informiert haben, dachten wir, dass wir jetzt auch die Öffentlichkeit einbeziehen sollten, auf deren Spendenbereitschaft wir angewiesen sind.

Wie es heißt, macht Ihnen auch der Brandschutz Kopfzerbrechen. Befürchten Sie, dass es dem Kinderzentrum ergehen könnte wie der kürzlich wegen Brandschutzproblemen geschlossenen Gustav-Heinemann-Schule in Pforzheim?
Unmittelbar ist, so glaube ich, keine Schließung zu erwarten. Allerdings müssen wir das sehr ernst nehmen. Somit stehen wir schon unter Zeitdruck und müssen Maßnahmen jetzt einleiten, um das Projekt möglichst zeitnah umzusetzen. Ansonsten könnte es doch problematisch werden.

Was macht die Sanierung denn so teuer?
Eben der Brandschutz und die damit zusammenhängenden Maßnahmen, die mit vier Millionen Euro fast die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Den Hauptposten bilden dringende Sanierungs- und Umbauarbeiten. So müssen zum Beispiel die Wasserleitungen und das Dach saniert werden. Die Umbaumaßnahmen ergeben sich teilweise aus der Auslagerung des Bettentraktes in den Neubau. Das heißt, wir müssen Abteilungen von einer Ecke des Altbaus in eine andere Ecke verlegen, die möglichst nahe bei den Stationen liegt. Denn es geht ja um die gute und effiziente medizinische und therapeutische Versorgung der Stationen im Neubau. Außerdem ist durch die Erweiterung der Eltern-Kind-Station ein zusätzlicher Raumbedarf im Altbau entstanden.

Von wem erhoffen Sie sich nun finanzielle Hilfe?
Wir sind ja eine frei-gemeinnützige Organisation, die von verschiedenen Geldgebern Unterstützung benötigt. Insofern sind wir neben öffentlichen Fördermitteln auch auf private Spendengelder angewiesen.

Beim Neubau des Bettentrakts hat Ihr Förderverein Christophorushilfe mit Hilfe von Spendern, Sponsoren und Erbschaften fast ein Drittel der damaligen Kosten aufgebracht. Glauben Sie, ein finanzieller Kraftakt in dieser Größenordnung könnte ein zweites Mal gelingen?
Ich hoffe es. Aber man muss wissen, dass die Christophorushilfe diese Spendengelder damals über sehr viele Jahre angespart hat. Jetzt steht uns weit weniger Zeit zur Verfügung. Von daher sind wir natürlich sehr gespannt, wie uns das in den nächsten zwei Jahren gelingt.

Wie geht es jetzt weiter?
Wir versuchen, verschiedene Menschen, die dem Kinderzentrum nahe stehen, zu gewinnen, und auch die öffentliche Hand zu überzeugen, dass wir Zuschüsse brauchen. Als Nächstes werden wir einen Förderantrag ans Sozialministerium schicken. Und wir wollen regelmäßig die Öffentlichkeit informieren, wie es mit der Spendenfinanzierung aussieht.
Die Fragen stellte Chris Heinemann

Mehr über das Kinderzentrum Maulbronn lesen Sie auf unserer entsprechenden Themenseite

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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