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Evangelisches Stift Freiburg stellt Forderungen an die Politik
Nachjustierungen bei Lockerungen im Pflegebereich dringend benötigt

Bretten/Landkreis Karlsruhe (kn)  Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigen die Coronainfektionen in Senioreneinrichtungen besonders schnell an. Daher warnt das Evangelische Stift Freiburg in einer Pressemitteilung vor den möglichen Folgen der verfrühten Lockerungen im Pflegebereich (in Bezug auf die Ausgangsregelungen vom 04.05.2020 und die angekündigten Besuchslockerungen ab dem 11.05.2020)  und bezeichnet diese als verfrüht. Das Evangelische Stift Freiburg bittet die Politik daher um drei konkrete Nachjustierungen bei den Lockerungen.

Pflegeeinrichtungen frühzeitig informieren

In erster Linie gelte es die Pflegeeinrichtungen frühzeitig zu informieren, informiert das Stift. Als Pflegeeinrichtung und Sozialunternehmen habe das Stift eine erhöhte gesellschaftliche Verantwortung die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner zu gewährleisten, aber auch eine Verantwortung den Mitarbeitenden gegenüber. Zuletzt habe der Gesetzgeber den Einrichtungen über das Wochenende nur zwei Tage eingeräumt, um die Änderungen der Verordnung umzusetzen. Um die Verordnung wirksam und rechtskonform umzusetzen, benötigten Pflegeeinrichtungen mehr Zeit. Eine vorherige Information sei vor allem wichtig, da man sicherstellen müsse, dass der Schutzauftrag des Stifts vollumfänglich übernommen werden muss und die Seniorinnen und Senioren – soweit möglich – vor einer Covid-19-Erkrankung geschützt würden. Wenn das Stift, wie jetzt geschehen, zur gleichen Zeit wie die breite Öffentlichkeit informiert werde, könnte es nicht reagieren und den verständlichen Anfragen der Angehörigen nicht zufriedenstellend nachkommen.

Langfristige Stärkung des Altenpflegebereichs

Weiterhin bedürfe es einer langfristigen Stärkung des Altenpflegebereichs. Selbstverständlich verstünde das Evangelische Stift Freiburg das Bedürfnis nach Besuchen, die aber durchdacht und geplant stattfinden müssten. Es gehe um den Schutz der Gesundheit und die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten für Bewohnerinnen und Bewohner und Mitarbeitende. Für Planung und Durchführung werde Zeit und Personal benötigt. Beides sei nicht erst seit Ausbruch der Pandemie, besonders aber im Moment, knapp. Das Evangelische Stift Freiburg freue sich über die positiven Zeichen aus der Politik in Sachen Anerkennung des Pflegebereichs – zu nennen sei hier vor allem die sogenannte Corona-Prämie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Um den Pflegenotstand zu beheben, der alle Altenpflegeeinrichtungen und die ambulanten Pflegedienste treffe, würden jedoch weitere langfristige Zeichen der Wertschätzung benötigt. Dies bedeute auch, dass es einer Verbesserung der (finanziellen-) Rahmenbedingungen für die Pflegebranche bedürfe.

Ausarbeitung einer Strategie zum Schutz des Pflegepersonals

Schließlich müsse eine Strategie ausgearbeitet werden um Pflegepersonal zu schützen. Im Evangelischen Stift Freiburg mit allen Verbundseinrichtungen habe man konkrete Hygienekonzepte erarbeitet und eine Risikobewertung der Arbeitsplätze vorgenommen. Alle Mitarbeitende könnten derzeit mit ausreichend Schutzkleidung versorgt werden. Dennoch bleibe für Pflegepersonal in allen Branchen ein Restrisiko bestehen. In Pflegeeinrichtungen sei es schlicht unmöglich, das in Corona-Zeiten empfohlene Abstandsgebot durchgängig zu beachten, da die Seniorinnen und Senioren im Stift zu Hause seien. Die Auswertungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigten, dass die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Berufstätigen im Gesundheitswesen in den letzten zwei Wochen deutlich angestiegen sei. Die bis jetzt ergriffenen Maßnahmen und Anstrengungen des Stifts würden ausgehebelt und man befürchte und erlebe bereits, dass dies zu Frustrationen in der Mitarbeiterschaft führe. Daher wünsche sich das Stift eine klare Strategie von der Politik im Sinne der drei Forderungen.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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