Altpapiersammlungen von Vereinen sind in Bretten und der Region untersagt
"Den Vereinen gehen dauerhaft Einnahmen verloren"

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Bretten/ Region (bea) Es hagelt wieder Absagen. Diesmal sind Altpapiersammlungen im Landkreis Karlsruhe und somit auch in Bretten betroffen. So hatte zum Beispiel der TSV Dürrenbüchig für Samstag,  27. März, eine Altpapiersammlung geplant, die nun jedoch abgesagt werden musste. "Wir wollten einen Container aufstellen, in den jeder sein eigenes Altpapier werfen und dann gleich wieder wegfahren kann. Auf dem Wertstoffhof ist das nicht anders", sagt Vanessa Heck, Kassiererin des TSV. Sie ärgert sich über die erzwungene Absage-Serie der Vereine.

Wertstoffhof ist Daseinsvorsorge

"Unserer Meinung nach sind Altpapiersammlungen nicht möglich, da die Corona-Verordnung des Landes momentan 'sonstige Veranstaltungen' verbietet", sagt Uwe Bartl, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Landkreis Karlsruhe auf Anfrage. Eine Abgabe von Altpapier auf dem Wertstoffhof sei hingegen weiterhin möglich. Der Wertstoffhof sei laut Bartl als Daseinsvorsorge zu betrachten, weshalb dort ein Betrieb möglich sei. Zudem sei Personal auf dem Wertstoffhof vertreten, das auf die maximal zulässige Personenanzahl auf dem Hof und das Einhalten des notwendigen Abstands achte. Damit solle sichergestellt werden, dass der Wertstoffhof zu keinem Infektionsherd werde, sagt Bartl.

Sämtliche Vereinsaktivitäten sind einzustellen

Auch auf der Internetseite des Landkreises ist nachzulesen, dass laut Corona-Verordnung "der­zeit sämtliche Vereins­ak­ti­vi­tä­ten und Veran­stal­tun­gen ein­ge­stellt werden". Dazu gehören inzwischen auch  Altpapiersammlungen der Vereine. Aller­dings seien im Augenblick "die meisten gewerb­li­chen ­Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men vom Betriebs­ver­bot nach der Corona-Verordnung ausge­nom­men". Unternehmen dürften Alt­pa­pier­samm­lun­gen mit Angestell­ten durch­füh­ren, um den Bür­ge­rin­nen und Bürgern eine Samm­lung zu ge­währ­leis­ten. "Durch das Verbot von Altpapiersammlungen gehen aber den Vereinen dauerhaft Einnahmen verloren, da sich immer mehr Leute für die blauen Tonnen entscheiden", sagt Heck. Doch hinter der Absage stecke mehr als nur der finanzielle Verlust für den Verein. Wegen der kurzfristigen Absage des TSV würde auch die bestellte Containerfirma in Verzug bei ihrer Vertragsfirma kommen, die mit der Papiermenge des Vereins gerechnet habe. Auch daran sollte gedacht werden, sagt sie.

Zusage der Stadt kam vor Absage des Landkreises

Noch am 13. März hatten die Ministranten in Neibsheim eine Altpapiersammlung mittels aufgestellter Container durchgeführt. "Nachdem die Corona-Verordnung zunächst wieder Ansammlungen von bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten zuließ, konnte die Altpapiersammlungen beispielsweise in Neibsheim stattfinden", informiert Christine Klein vom Ordnungsamt Bretten. Im Nachgang habe die Stadt vom Landratsamt Karlsruhe jedoch die Meldung erhalten, dass nach erneuter Prüfung gemeinnützige Altpapiersammlungen, sei es im Hol- oder Bringsystem, durch Vereine auch nach der aktuellen Corona-Verordnung nicht möglich seien. Zum Zeitpunkt der Anfragen aus Rinklingen und Neibsheim sei es nach Einschätzung des Ordnungsamtes aufgrund der damaligen Inzidenz und unter der damaligen Rechtslage jedoch noch möglich gewesen, solche Sammlungen durchzuführen, so Klein. Eine entsprechende Klarstellung seitens des Landratsamtes sei erst erfolgt, nachdem die Freigaben erteilt worden waren. Vonseiten der Stadt Bretten sei man bestrebt, eine landkreiseinheitliche Regelung zu gewährleisten. Daher könnten Altpapiersammlungen durch Vereine derzeit leider nicht stattfinden.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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