Antrag für Konzept zur Umgestaltung der Einmündung der Sporgasse in die Weißhofer Straße in Bretten
Grüne fordern Erhalt von Böckle-Haus und neue Verkehrsführung

Die Grünen fordern für die Einmündung eine veränderte Verkehrsführung unter Wegfall der eigenständigen Rechtsabbiegespur zum Marktplatz zu planen.
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Bretten (swiz) Die Umgestaltung des Straßenraums an der Einmündung der Sporgasse in die Weißhofer Straße ist schon seit vielen Jahren ein Thema, das immer wieder für große Diskussionen in der Brettener Politik und Bevölkerung gesorgt hat (wir berichteten unter anderem hier). Unter anderem hatte sich die Stadtverwaltung an der Kreuzung einen größeren Kreuzungsbereich gewünscht. Besonders für die Busse sei die Situation problematisch, hieß es damals. Knackpunkt der Planung ist der zusätzliche Platzbedarf. So müssten die Gebäude Weißhofer Straße 33 (das ehemalige "Böckle-Haus"; d.Red.), 35 und 37 abgerissen werden.

Grünen stellen Antrag gegen Abriss und für veränderte Verkehrsführung

Dagegen, insbesondere gegen den geplanten Abbruch der an der Straßenecke liegenden ehemaligen Bäckerei Böckle, regte sich damals wie heute Widerspruch. Dabei handelt es sich um ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert mit mehrstöckigem Gewölbekeller. Allerdings unterliegt das inzwischen von der Stadt erworbene Eckhaus nicht dem Denkmalschutz. Nun hat auch die Brettener Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen umfangreichen Antrag zu diesem Thema gestellt. Dieser gliedert sich in drei Punkte. So fordert die Fraktion im Schreiben der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ute Kratzmeier für "die Einmündung eine veränderte Verkehrsführung unter Wegfall der eigenständigen Rechtsabbiegespur zum Marktplatz zu planen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen". Durch den Wegfall würden die Autofahrer dann von der Sporgasse kommend, auf einer Spur nach rechts oder links abbiegen oder geradeaus fahren können.

Verbesserung der "Abbiegebeziehungen"

Als Begründung erklären die Grünen, für die Beseitigung der Gebäude Weißhofer Straße 33 bis 37 würde von der Verwaltung stets die Verbesserung der Verhältnisse für den Autoverkehr angeführt. Das derzeit geplante Mobilitätskonzept sehe aber Verbesserungen auch für Fußgänger und Radfahrer und "keine weitere Komfortsteigerung für den Autoverkehr vor". Die Ziele des Konzepts seien vom Rat beschlossen worden, daher müsse sich dieser bei Entscheidungen auch an den verabschiedeten Zielen orientieren. Durch den Wegfall der eigenständigen Rechtsabbiegespur zum Marktplatz sei nicht nur der Erhalt der drei Gebäude möglich, sondern es werde auch eine Verbesserung der Abbiegebeziehungen erzielt, betonen die Grünen. So vergrößerten sich die Abbiege-Radien in beide Richtungen, und Busse brauchten stadteinwärts nicht mehr auf ihre rechte Spur zurückzuschwenken, sondern könnten den Abbiegeradius beibehalten.

Abbiegespur ist "schlicht entbehrlich"

Dazu komme, dass die "Rechtsabbiegespur kein bedeutendes Verkehrsaufkommen und zu keinem Zeitpunkt eine eigenständige Ampelphase hat", so die Grünen in ihrem Antrag weiter. Daher sei sie "schlicht entbehrlich".

Grünen erwarten hohes Investoren-Interesse

In einem zweiten Punkt fordern die Grünen, die stadteigenen Gebäude Weißhofer Straße 33 und 35 mit Erhaltungs- und Sanierungsverpflichtungen zum Verkauf anzubieten. Das solle auch für das Gebäude mit der Hausnummer 37 gelten, allerdings ohne eine solche Verpflichtung. Die Gebäude seien städtebaulich prägend in der Altstadt und trügen maßgeblich zur Identität Brettens bei, so die Rats-Fraktion. "Ihr Abriss würde die verheerende Kahlschlagpolitik der 1970er Jahre in der Altstadt fortsetzen." Zudem ist sich die Fraktion sicher, dass sich durch den Engpass auf dem Wohnungsmarkt und das hohe Interesse von Investoren an Bestandsimmobilien sicher Käufer finden lassen.

Neues städtebauliches Sanierungsgebiet?

Mit dem dritten Punkt ihres Antrags wollen die Grünen die Schaffung eines neuen städtebaulichen Sanierungsgebiets erreichen, welches das Quartier zwischen Sporgasse, Promenadenweg und Weißhofer Straße umfassen soll. Die Verwaltung solle diesbezüglich Gespräche mit dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe aufnehmen. In diesem Gebiet gebe es mehrere Häuser mit Sanierungsbedarf - auch mit Denkmalschutz. Daher gelte es, "zu einem nach vorne gerichteten Handlungsansatz zu kommen, auch um privaten Investitionen bessere Perspektiven zu bieten".

Eine "kostengünstige Lösung"

Man schaffe also in Bezug auf die Verkehrsführung eine kostengünstige Lösung, bilanzieren die Grünen in ihrem Antrag. Ein Abriss der drei Gebäude löse dagegen ungeklärte Folgekosten aus und führe zu einer jahrelangen Baulücke in exponierter Lage. Außerdem lasse die Verwaltung die Zukunft des Quartiers völlig außer Acht.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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