Nachfrage nach Sozialwohnungen kann in Bretten nicht bedient werden

In die Renovierung ihrer Sozialwohnungen investiert die WBG laut Bürgermeister Michael Nöltner – hier vor dem Objekt Kleiststraße 1 a - derzeit 2,6 Millionen Euro. Foto: ch
  • In die Renovierung ihrer Sozialwohnungen investiert die WBG laut Bürgermeister Michael Nöltner – hier vor dem Objekt Kleiststraße 1 a - derzeit 2,6 Millionen Euro. Foto: ch
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(ch) Die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum ist ungebrochen, nur die entsprechenden Wohnungen fehlen. Bei der Städtischen Wohnungsbau-Gesellschaft Bretten (WBG) sind derzeit etwa 500 Wohnungssuchende registriert, die lieber heute als morgen in eine Sozialwohnung ziehen würden.

„Wir könnten deutlich mehr Wohnungen vermieten, als wir haben“, bestätigt Bürgermeister Michael Nöltner als Aufsichtsratsvorsitzender der WBG. Er fügt hinzu: „Das ist auch der Grund, weshalb wir neue Sozialwohnungen bauen wollen.“ Gemeinderat und OB haben bereits den Wiedereinstieg in den Sozialen Wohnungsbau angekündigt, noch vor der Sommerpause soll er erneut auf die Tagesordnung kommen.

Bis zu 100 Wohnungssuchende fragen regelmäßig nach

Der akute Bedarf lässt sich laut WBG-Geschäftsführer Eugen Kurz schwer fassen. 50 bis 100 Menschen fragten indes regelmäßig nach. „Aber wir können derzeit niemanden bedienen“, bedauert Kurz. Der Grund: Der Bestand an sozial geförderten Wohnungen hat in den letzten Jahren stetig abgenommen, während auf der anderen Seite seit 26 Jahren keine neuen gebaut wurden.

Seit 1990 keine neuen Sozialwohnungen mehr gebaut

Die letzten neuen Sozialwohnungen entstanden 1990 Am Rechberg in Rinklingen. Dafür schrumpfte der Bestand von einst rund 700 auf derzeit etwa 550 Sozialwohnungen.

Wohnungen fallen aus der Sozialbindung heraus

Das liegt unter anderem daran, dass die Wohnungen nach zehn bis 20 Jahren automatisch aus der Sozialbindung herausfallen. Sobald die im Rahmen des Landeswohnraum-Förderprogramms vergebenen zinsverbilligten Baudarlehen nämlich getilgt sind, läuft die vorgeschriebene Niedrigmiete aus. „Dann kann die Miete an die ortsübliche Miete angepasst werden“, erläutert Eugen Kurz. Diese liege in Bretten bei rund 7,50 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht 375 Euro für eine 50 Quadratmeter große Zwei- oder kleine Dreizimmerwohnung.

Manche Mieter kaufen ihre Sozialwohnung

Die WBG hingegen verlangt für die von ihr verwalteten Wohnungen einen deutlich günstigeren Mietpreis zwischen 3,50 und maximal 6,25 Euro ohne Nebenkosten. 50 Quadratmeter kosten also zwischen 175 und 325 Euro, was in etwa die Spannweite zwischen einer der wenigen verbliebenen Altbauwohnungen mit Gasofen und frei stehender Badewanne sowie einer neu hergerichteten Wohnung mit moderner Ausstattung beschreibt. Auch durch Umwandlung in Wohneigentum gehen dem Wohnungsmarkt immer wieder Wohnungen verloren. Kurz betont zwar: „Wir veräußern von uns aus keine vermietete Wohnung.“ Aber wenn ein Mieter, dessen wirtschaftliche Lage sich im Lauf der Jahre verbessert hat, es wünsche, könne dieser seine Wohnung kaufen, vorausgesetzt, sie befinde sich in einem Eigentumsobjekt.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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