In Bretten zuhause 2017: Von Glaubenskämpfern und Handpuppen

Norbert Eilts erinnert beim Gastspiel von "Dein Theater" an den Reformator und Lehrer Deutschlands" Philipp Melanchthon.
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  • Norbert Eilts erinnert beim Gastspiel von "Dein Theater" an den Reformator und Lehrer Deutschlands" Philipp Melanchthon.
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Das Programm des Melanchthonhauses 2017 steht im Zeichen des Reformationsjubiläums.

(ssw) Das Jubiläum der Melanchthonstadt Bretten und das Reformationsjubiläum fallen 2017 zusammen. Da ist es selbstverständlich, dass auch das Lutherjahr in der Geburtsstadt von Luthers wohl engstem Gefährten Philipp Melanchthon Niederschlag findet. So kommt es, dass sich die Feierlichkeiten um das eine Gedenken mit dem des anderen Gedenkens zu einem umfangreichen Festkalender fügen.

"Die Macht des Wortes"

Bereits angelaufen ist die Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, die sich naheliegender Weise mit der Reformation und dem Medienwandel in dieser Zeit auseinandersetzt. Das christliche und das gedruckte Wort - davon legt die umfangreiche Sammlung an Schriften, die im Melanchthonhaus bewahrt wird, ein deutliches Zeugnis ab. Wertvolle Stücke bereichern als Exponate die Schau mit dem Titel „Die Macht des Wortes“, die noch bis 25. Februar im Bibliotheksgebäude in der Karlsruher Erbprinzenstraße zu sehen ist.

Festwochenende zu Melanchthons 520. Geburtstag

Traditionell Mitte Februar wird der Geburtstag des Reformators und Universalgelehrten Melanchthon gewürdigt. In diesem Jahr ist es gar ein runder: der 520. Eingeleitet wird das Festwochenende am 18. Februar mit einem Konzert, das wiederum das Reformationsjubiläum aufgreift. Regina Steinbach (Blockflöte), Johannes Vogt (Laute) und Prof. Dr. Wolfgang Kramer (Rezitation) rücken an jenem Samstag um 19 Uhr in der Kreuzkirche „Musik und Wort zum Lutherjahr“ in den Mittelpunkt. Veranstalter der musikalischen Soirée ist das Bezirkskantorat Bretten. Dem sonntäglichen Gedenkgottesdienst in der Stiftskirche am 19. Februar um 10 Uhr schließt sich um 17 Uhr der Sonntagsvortrag von Prof. Dr. Günter Frank, Kustos des Melanchthonhauses und Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie, an. Er widmet sich - wie nicht anders zu erwarten – „Melanchthon und der Reformation“, um dessen wichtige Position im Glaubenskampf zu unterstreichen.

Theaterstück über Luther

Das Gastspiel von „Dein Theater“, dem Wortkino aus Stuttgart, das zu den Stammgästen im Melanchthonhaus gehört, ist freilich auch dem Wittenberger gewidmet: „Untertan und Freigeist“ nennt die Truppe ihr lutherisches Reformationsprogramm, das am Freitag, 17. März, um 19.30 Uhr in der Gedächtnishalle des Melanchthonhauses Bretten zu erleben ist. Auf überaus unterhaltsame Weise lässt sich dann erleben, wie die Korruption und Sittenlosigkeit des Klerus` Martin Luther aufbrachte und zu seinen 95 Thesen veranlasste, die er an der Wittenberger Kirche anschlug.

Vortrag und Studientag

Über die Grenzen Deutschlands hinaus nach Ungarn blickt Prof. Josef Makovitzky aus Heidelberg am 2. April um 17 Uhr. In seinem Sonntagsvortrag schildert er „Vielfältige Beziehungen“, nämlich die zwischen Wittenberg und der Reformation in Ungarn. Ein besonderes Augenmerk richtet der Wissenschaftler dabei auf Philipp Melanchthon. Zum Studientag treffen sich Interessierte am Samstag, 20. Mai, von 10 bis 16 Uhr im Melanchthonhaus. Vorträge von Pfarrer Dr. Konrad Fischer, Prof. Dr. Johannes Ehmann und Prof. Dr. Gottfried Gerner-Wolfhard führen in das Thema „Wir glauben UND BEKENNEN?“, das die Frage der Bekenntnisbildung und Bekenntnisverpflichtung in Baden diskutiert.

Wanderausstellung und Kuriositäten

Zurück nach Bretten kommt vom 30. Juni bis 6. August die Wanderausstellung „Grenzen überwinden. Die Bedeutung Philipp Melanchthons für Europa – von Wittenberg bis Siebenbürgen“. Eher um Kuriosa geht es hingegen bei der Präsentation, die vom 15. September bis 29. Oktober im Melanchthonhaus gezeigt wird. Zu sehen sind allerlei Dinge, auf denen Luther, Melanchthon und andere reformatorische Motive abgebildet sind. Dazu gehören Porzellantassen, Zinnbecher, Wandteller und vieles mehr. Es sind Gedenkstücke, die dem Zeitgeschmack des 19. Jahrhunderts entsprechen. Die wohl bemerkenswertesten Kuriositäten dürften dabei wohl eine Melanchthon-Handpuppe und eine Luther-Spieluhr sein.

Internationales Symposium

Der wissenschaftliche Glanzpunkt des Jubiläumsjahres indes ist sicher das international besetzte wissenschaftliche Symposium, das sich vom 12. bis 14. Oktober mit den Voraussetzungen für die Reformation beschäftigt und das 15. Jahrhundert umreißt. Als Veranstalter der hochkarätigen Tagung fungieren die Europäische Melanchthon-Akademie Bretten, das KIT Karlsruhe und der Würzburger Universitätsprofessor Dr. Franz Fuchs. Es ist auch ein öffentlicher Abendvortrag geplant.

Vortrag über Papstamt und Theaterstück über Melanchthon

Der theologische Referent an der Europäischen Melanchthon-Akademie, Dr. Hendrik Stössel, nimmt sich zum Jahresausklang der Betrachtung des Papstamtes aus reformatorischer Sicht an. Sein Sonntagsvortrag ist am 5. November. Unterhaltsam klingt schließlich das Veranstaltungsjahr 2017 im Melanchthonhaus aus. Nochmals steht ein Gastspiel von „Dein Theater“ an, das auch Melanchthon im Programm hat. An den „Reformator und Lehrer Deutschlands“ erinnert Norbert Eilts am 24. November.

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1250 Jahre Bretten

Norbert Eilts erinnert beim Gastspiel von "Dein Theater" an den Reformator und Lehrer Deutschlands" Philipp Melanchthon.
Unter dem Titel "Untertan und Freigeist" erinnert "Dein Theater" an Martin Luther.
Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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