Badische Landesbühne unterzeichnet die "Erklärung der Vielen"

Gemeinsam mit Kulturinstitutionen aus dem ganzen Bundesland hat die Badische Landesbühne die "Erklärung der Vielen" für das Land Baden-Württemberg unterzeichnet. Stellvertretend für die Landesbühne stehen Intendant Carsten Ramm und Joerg Bitterich, der Leiter der jungen BLB, nach eigenen Angaben ein für die Freiheit der Kunst, die Räume schafft zur Veränderung der Welt.

Bruchsal (kn) Gemeinsam mit Kulturinstitutionen aus dem ganzen Bundesland hat die Badische Landesbühne die "Erklärung der Vielen" für das Land Baden-Württemberg unterzeichnet. Stellvertretend für die Landesbühne stehen Intendant Carsten Ramm und Joerg Bitterich, der Leiter der jungen BLB, nach eigenen Angaben ein für die Freiheit der Kunst, die Räume schafft zur Veränderung der Welt.

Debatte zur Freiheit der Kunst

Die "Erklärung der Vielen", die in Berlin, Dresden, Hamburg und Nordrhein-Westfalen gestartet ist, wächst bundesweit. Mit dem 1. Februar 2019 kommen Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Celle, Frankfurt am Main, Halle, Lüneburg, Mannheim, Mecklenburg-Vorpommern, Oldenburg, Region Nordwest, Rostock, Schleswig-Holstein und Thüringen hinzu. Vorbereitungen zu Erklärungen gibt es auch in Sachsen, Osnabrück, Wien und Warschau. Mittlerweile haben damit an die 2.000 Kunst- und Kulturinstitutionen mit ihren Aktiven aus der Kulturlandschaft eine Debatte zur Freiheit der Kunst und zur Fortentwicklung der offenen Gesellschaft angestoßen.

Kampagne der Solidarität, Schönheit und Vielfalt

Die beispiellose Kampagne der Solidarität, Schönheit, Vielfalt und gesellschaftspolitischen Verantwortung der Kunst ist eine Antwort auf gezielte Angriffe gegen die Kunst- und Kulturlandschaft durch rechtspopulistische und -extreme Parteien und Gruppierungen. Die Forderungen über eine zu verordnende nationale „Staatskunst“ der Rechtsextremen versandet in der Vielfalt unserer Kunstlandschaft, heißt es in der Erklärung.  Die regionalen Gruppen der "Erklärung der Vielen" führen Veranstaltungen und Diskussionen durch, starten Aktionen und Kampagnen. Am 19. Mai werden in mehreren StädtenDemonstrationen für ein "Europa der Vielen" stattfinden.

Bedrohung der Kunstfreiheit in Europa

Im Aufruf heißt es hierzu: "Die Einschränkung der Kunstfreiheit ist in Ländern Europas wie der Türkei und Russland, aber auch innerhalb der Europäischen Union in Ungarn oder Polen, bereits bittere Realität. Die Bedrohung der Kunstfreiheit ist auch in Italien oder Österreich nicht unrealistisch. Auch in Deutschland sowie in weiteren EU-Staaten könnte die Kunstfreiheit durch nationalistische oder rechtsautoritäre Regierungsbeteiligungen in Gefahr geraten." Und weiter: "Die Länder der Europäischen Union bilden selbst eine Vielfalt der Lebensentwürfe und Kulturen ab. Ihre politische Ausgestaltung muss getragen werden von der Idee eines Europas der Vielen. Ein solidarisches Europa, das sich nicht immer weiter abschottet, sondern sichere Zugänge schafft, für Menschen aus nicht-europäischen Ländern, die hier leben wollen."

„Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen"

Auch Künstler, Intellektuelle, Andersdenkende und Menschen mit anderen Lebensentwürfen würden aus Ländern Europas und Orten in der ganzen Welt zur Emigration gezwungen. "Asylrecht und Freizügigkeit wie die Kunstfreiheit sind miteinander verbunden – Kunst entsteht nicht innerhalb nationaler Grenzen. In den unterschiedlichen Verfassungen und in der Erklärung der Menschenrechte werden das Asylrecht wie die Kunstfreiheit benannt. Beide sollen den Anforderungen eines Europas der Vielen, auch der Vielen aus nicht-europäischen Ländern, ein Leben in Würde sicherstellen", so die Erklärung. Sichere Fluchtwege, Solidarität und eine offene Gesellschaft gehörten unteilbar zusammen mit dem „Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen ...“ wie es in der Erklärung der Menschenrechte heißt.
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