Bernard Zimmerman erzählte jüdische Geschichten gegen das Vergessen

Bernard Zimmerman erzählte sehr lebendig anhand von Portraits und Dokumenten über das Schicksal der Familie in Deutschland und das Leben in New York.
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Die Stühle im evangelischen Gemeindesaal Münzesheim reichten kaum aus, um allen Besuchern Platz zu bieten. Sie waren gekommen, um Bernard Zimmerman bei seinen „Geschichten aus zwei jüdischen Generationen“ zuzuhören.

Es wurde ein spannender, bewegender, witziger und im besten Sinne denk-würdiger Abend. Bernard Zimmerman setzt die Tradition seines Vaters Herman fort, der in dem bekannten Buch „Ein Engel an meiner Seite“ die Überlebensgeschichte seiner Familie im Dritten Reich geschildert und in vielen Vorträgen vor allem an Schulen die Erinnerung an diese schreckliche Zeit wach gehalten hat.

Jahrelange Flucht durch Europa

In Köln aufgewachsen, spürte der kleine fußballbegeisterte Herman schon bald den Hass der aufkommenden Nationalsozialisten gegen die Juden. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die prügelnden Hitler-Jungen. Ende der 1930er Jahre begann die jahrelange Flucht der Familie quer durch Europa, die schließlich glücklich in der Schweiz endete. Er wanderte in die USA aus und gründete hier seine Familie. Der Kreis hat sich geschlossen, als Sohn Bernard aus beruflichen Gründen nach Deutschland gezogen ist.

Trotz leidvoller Erinnerung wurde auch viel gelacht

Bernard Zimmerman erzählte sehr lebendig anhand von Portraits und Dokumenten über das Schicksal der Familie in Deutschland und das Leben in New York. „In unserer Familie wurde bei aller leidvollen Erinnerung immer viel gelacht“, und dieser Humor war auch in dem Vortrag gegenwärtig. Erinnert haben sich auch ältere Münzesheimer an die vor 1933 gut in die Dorfgemeinschaft integrierten Juden, etwa der Kaufmann Sally Türkheimer. Bernard Zimmerman hat die Interviews gezeigt.

Ausstellung zur Geschichte der Juden in Kraichtal

Weitere Einzelheiten zur Geschichte der Juden in Kraichtal und im Kraichgau sind bei der Ausstellung im Torwächterhaus Münzesheim zu sehen: sonntags von 14 bis 17 Uhr noch bis 17. Juli.

Zum Schluss "Imagine" von John Lennon

Im Namen der Veranstalter der „Jüdischen Wochen“, des Vereins Jüdisches Leben Kraichgau, der Stadt Kraichtal und des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal, bedankte sich Karl-Heinz Glaser bei Bernard Zimmerman ebenso wie bei den Künstlerinnen Nataliya Roberts (Geige) und Natalia Dorn (Klavier), die Stücke jüdischer Komponisten und die Filmmusik aus „Schindler’s Liste“ interpretierten. Zum Abschluss des Abends spielte Vivien Zimmerman „Imagine“ von John Lennon, in dem es heißt: „Stell` Dir vor, dass alle Menschen in Frieden leben.“

Autor:

Kraichgau News aus Bretten

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