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Bilanz der Silvesternacht in Bretten und Region
"Genug zu tun, aber weniger los"

Die Silvesternacht ist größtenteils ruhiger verlaufen als in den vorangegangenen Jahren.
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  • hochgeladen von Christian Schweizer

Bretten/Region (bea) Die Silvesternacht ist größtenteils ruhiger verlaufen als in den vorangegangenen Jahren. Das bestätigten Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und den RKH-Kliniken gegenüber der Brettener Woche/kraichgau.news. Roland Fella, der seit drei Jahren die Feinstaubwerte an zwei Stellen in Gondelsheim misst, kann in dieser Hinsicht ebenfalls einen deutlich ruhigeren Jahreswechsel bestätigen.

Deutlich geringere Feinstaubwerte

Während Fella vor einem Jahr noch Feinstaubwerte von über 1.000 Mikrogramm pro Kubilmeter am Gondelsheimer Rathausplatz gemessen hat, konnte er in diesem Jahr einen Wert von lediglich 15 Mikrogramm pro Kubikmeter feststellen. Und das an einem der sonst üblichen Hotspots mit Umkreis von etwa 100 Metern. "Das ist von der Umwelt her gesehen genial." Natürlich, so schränkt er ein, habe der Messwert immer auch etwas mit dem Wetter und der Feuchtigkeit in der Luft zu tun, doch sei dieser um fast 70-fach geringere Wert nicht auf das Wetter zurückzuführen, so Fella. Der Grenzwert für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Genug zu tun, aber weniger los

Deutlich weniger los war auch bei Polizei und Ordnungsamt. Zwar habe es zahlreiche Meldungen wegen Ruhestörung gegeben, doch wurden lediglich 24 Verstöße gegen die Ausgangssperre festgestellt, sagt der Stellvertretende Leiter des Brettener Reviers, Ulrich Kritzer. Von den Verstößen seien acht zur Anzeige gebracht worden, da sich die Personen uneinsichtig gezeigt hätten. In vier Fällen wurden Coronapartys gemeldet, die jedoch beim Eintreffen der Polizei nicht mehr festgestellt werden konnten. Insgesamt sei genug zu tun, jedoch viel weniger los gewesen, bilanziert Kritzer.

Nachtfahrt unter Alkoholeinfluss

Gegen halb zwei habe die Polizei wegen der Ausgangssperre eine Überprüfung in Oberderdingen durchgeführt. Dabei seien in Sichtweite zwei Personen in ein Auto gestiegen, um zum 100 Meter weiter gelegenen Zigarettenautomaten zu fahren, sagt Kritzer. Bei der Kontrolle des Fahrers stellten die Polizisten einen Alkoholwert von einem Promille fest. Der Fahrer erhielt daher eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Ausgangssperre und eine Anzeige wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss. Einer weiteren Person erteilten die Polizisten am Seedamm in Bretten einen Platzverweis, nachdem sie von den Mitarbeitern des Ordnungsamts hinzugerufen wurden. Diese stellten laut Ordnungsamtschef Simon Bolg zwei weitere Verstöße in der Kernstadt und einen in Neibsheim fest, die sie zur Anzeige brachten.

Geringes Risiko noch geringer

Lediglich einen Einsatz mit Tragehilfe für den Rettungsdienst hatte die Brettener Feuerwehr zu verzeichnen. Ansonsten verlief die Silvesternacht laut Feuerwehrkommandant Oliver Haas "völlig ruhig". Auch in den vorangegangenen Jahren habe es keine größeren Brände gegeben, lediglich einen Mülleimer oder Altkleidercontainer. Vor mehreren Jahren hatte ein Pkw gebrannt, da Leute mehrere Böller unter das Auto geworfen hatten. Doch weil in diesem Jahr weniger Böller gezündet wurden, sei das ohnehin kleine Risiko für die Brettener Wehr noch geringer ausgefallen.

Weniger chirurgische, mehr internistische Fälle

Nicht viel weniger los war hingegen in den RKH-Kliniken in Bruchsal und Bretten. Pressesprecher Alexander Tsongas bestätigte, dass es weniger Unfälle durch Feuerwerkskörper gegeben habe, dafür jedoch mehr internistische Fälle zu behandeln gewesen seien. Somit hätten die Verbote der Regierung zum Kauf von Feuerwerk gegriffen. Seit dem 30. Dezember seien aber neun neue Covid-19-Fälle in Bruchsal und Bretten in stationärer Behandlung. Nach wie vor fielen auch rund 20 Prozent der Mitarbeiter durch Krankheit oder Quarantäne aus. Daher seien die übrig gebliebenen Mitarbeiter am Rande ihrer Kräfte. "Wir hoffen auf eine Beruhigung", so Tsongas. Zu befürchten sei allerdings, dass sich die Lockerung der Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtstage zwei Wochen später auf die Zahlen der Neuinfektionen auswirke und somit auch die Fallzahlen in den Krankenhäusern steigen würden. Daher ruft Tsongas die Leser der Brettener Woche dazu auf, sich nun an die wieder strengeren Kontaktbeschränkungen zu halten, damit das "an die Belastungsgrenze gestoßene Gesundheitssystem nicht noch mehr an den Rand kommt". "Sobald sich die Menschen an die Regeln halten, sinken bei uns die Patientenzahlen, wenn nicht, steigen sie."

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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