Tiefgarage könnte statt Parkhaus bei den Beruflichen Schulen Bretten gebaut werden
"Unmöglich ist nichts"

Die Aussicht auf den Parkplatz müssten zwölf Anwohner gegen den Blick auf ein begrüntes, offenes Parkhaus tauschen. Das Licht der Autos würde die Nachtruhe der Betroffenen stören, so eine Anwohnerin.
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Bretten (bea) Das im Rahmen der Gartenschau geplante Parkhaus "Am Viehmarkt" in Bretten könnte durch eine Tiefgarage unter dem Neubau der Beruflichen Schulen Bretten (BSB) ersetzt werden. So lautet die Idee von Maria Hürter, Anwohnerin der Altenwohnanlage am Gottesackertor. Sie befürworte den Ausbau der BSB (wir berichteten) ausdrücklich, wehre sich jedoch vehement gegen das Parkhaus, das von der Stadt vis-a-vis von ihrem und anderen Schlafzimmern des Komplexes geplant ist.

"Atmungsader" erhalten und Park "Am Viehmarkt" erweitern

"Von 26 wären zwölf Wohneinheiten direkt von ein- und ausfahrenden Fahrzeugen bei Tag und Nacht betroffen", sagt sie. Insbesondere würden die Lichter der Autos im Parkhaus nachts in die Schlafzimmer scheinen können. "Dann wäre es mitten in der Nacht auf einmal taghell." Außerdem sei der Parkplatz mit seinen Bäumen eine "Atmungsader" in Bretten. Diese gelte es zu erhalten und den im Rahmen der Gartenschau geplanten Park samt Fahrradweg zu erweitern. So könnten auch die Gruppen des als immaterielles UNESCO-Kulturerbe eingestuften Peter-und-Paul-Fests künftig ihre Lager auf einem großen, begrünten Viehmarkt aufstellen.

Mühlrad für Gartenschau, Peter-und-Paul-Fest und Tourismus

In der Tiefgarage hingegen könnten Plätze für Lehrer, Schüler, Anwohner oder auch Mitarbeiter des Rathauses entstehen und diese über die Straße "Am Viehmarkt" angeschlossen werden. Das würde die Fällung der dort stehenden Bäume verhindern, sagt Hürter. Eine Ergänzung und Erweiterung des Areals könnte im Hinblick auf die Gartenschau das Gebäude sein, das auf den originalen Grundmauern der alten Gottesackermühle stehen soll, so Hürter. An der ursprünglichen Stelle, die derzeit zugemauert sei, könnte für die Optik darüber hinaus ein funktionsloses Mühlrad installiert werden.

Stück Stadtgeschichte aufleben lassen

Damit könnte die Verwaltung ein weiteres Stück Stadtgeschichte wieder aufleben lassen, bewahren und es für Gartenschau und Tourismus positiv einsetzen. Im Innenhof der Gottesackermühle könnte eine Kunstbühne und somit ein Kleinod entstehen, an dem der Fahrradweg für die Ost-West-Verbindung durch Bretten vorbeiführe. Der Park wiederum könnte mit grünen Inseln und Bänken versehen und zum Kulturmagnet gestaltet werden. Bänke im Park oder Sitzstufen, die ins Bachufer eingelassen würden, könnten von Privatpersonen, Vereinen oder Firmen gesponsert werden. Das spare nicht nur Geld für die Stadt, sondern zeige die Verbindung der Brettener zu ihrer Heimatstadt auf. So könne gemeinsam mit den Bürgern etwas Tolles geschaffen werden.

Tiefgarage unter BSB wäre denkbar

"Unmöglich ist nichts", antwortete Oberbürgermeister Martin Wolff auf Anfrage der Brettener Woche bezüglich der vorgeschlagenen Tiefgarage. Vielmehr sei jede Idee in dieser "sehr frühen Planungsphase willkommen". Aspekte wie diese würden in Gesprächen mit Landratsamt und Landrat diskutiert werden, bestätigte der OB. Bislang sei die in der Machbarkeitsstudie zur Gartenschau vorgestellte Raumplanung eine "ganz grobe Strichzeichnung", mit der geklärt werden solle, welchen Platzbedarf die Beruflichen Schulen Bretten haben könnten. Im weiteren Verlauf des Verfahrens seien noch viele Detailfragen zu klären, auch inwieweit ein weiteres Stockwerk die Grundfläche eines neuen Gebäudes verkleinern könnte. Grundsätzlich stünden vier Themen auf der Agenda der Gespräche mit dem Landratsamt: Parken, Parkhaus, das Peter-und-Paul-Fest und die BSB. "So wollen wir gemeinsam die beste, verträglichste und wirtschaftlichste Lösung finden", so der Oberbürgermeister.

Sponsorengelder sollen für die Gartenschau eingeworben werden

Auf die Gottesackermühle angesprochen, betonte Wolff, dass das heute dort stehende Gebäude keinen besonderen historischen Wert habe. "Gerne bringen wir eine Tafel an, auf der steht: 'hier stand die alte Mühle'". Dennoch wolle er das Thema innerhalb der Verwaltung diskutieren und erneut eruieren, welchen Wert das Gebäude habe. Auch werde man, wie bei Gartenschauen üblich, Sponsorengelder einwerben, doch wie zweckgebunden diese sein werden, könne er noch nicht sagen. Grundsätzlich steckten die Planungen rund um die Gartenschau und die Beruflichen Schulen noch in den Kinderschuhen. Daher müsse man sich zuerst mit dem Landkreis auseinandersetzen. Auch beim Thema Parken müsse eine gemeinsame, mittelfristige Lösung erarbeitet werden. "Doch das wird sicher noch ein paar Jahre dauern", so Wolff.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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